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GEW: „Junge Menschen brauchen eine Ausbildungsgarantie!“

Bildungsgewerkschaft zur Veröffentlichung der Ausbildungszahlen der BA

29.10.2019

Frankfurt a.M. – Für eine Ausbildungsgarantie für alle jungen Menschen macht sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit Blick auf die heute veröffentlichen Ausbildungsmarktzahlen stark. „Mehr als 1,5 Millionen junge Erwachsene zwischen 25 und 34 Jahren haben keinen Berufsabschluss – und da beklagen sich die Unternehmen permanent über einen Fachkräftemangel! Das ist ein gesellschaftspolitischer Skandal ersten Ranges, den wir uns aus sozialen Gründen, aber auch ökonomisch nicht erlauben können“, sagte Ansgar Klinger, im GEW-Vorstand für Berufsbildung verantwortlich, anlässlich der aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA). Diese hat für das Jahr 2018/19 einen Anstieg der gemeldeten Berufsausbildungsstellen gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent auf 572.000 gemeldet – gleichzeitig gab es 4,5 Prozent weniger Bewerberinnen und Bewerber. Auch die Zahl der Schulabgänger ist gesunken. „Die BA-Zahlen beleuchten das sogenannte Duale System. Es ist jedoch wichtig, dass die schulischen Berufsausbildungen insbesondere in den Erziehungs-, Gesundheits- und Sozialberufen mehr beachtet werden“, betonte Klinger. „Knapp 180.000 junge Menschen haben sich für eine solche Ausbildung in diesen zukunftsträchtigen Berufen entschieden. Sie sind ein wichtiger Teil des Ausbildungsmarktes und der Berufsentwicklung in Deutschland - auch wenn die Ausbildung nicht sozialversicherungspflichtig ist.“

„Junge Menschen brauchen die bestmögliche Bildung und Ausbildung, unsere Gesellschaft ist auf hochqualifizierte Fachkräfte angewiesen“, unterstrich der GEW-Experte. Obwohl die Arbeitgeber stets vor einem Fachkräftemangel warnen, nutzten sie die vergleichsweise noch gute konjunkturelle Lage nicht, um ein deutliches Plus an Ausbildungsplätzen zu schaffen. „Deshalb haben 2018 knapp 274.000 junge Menschen keine Ausbildung bekommen und sind auf Bildungsgänge im sogenannten Übergangssystem angewiesen“, hob Klinger hervor. Hinzu komme, dass die in den vergangenen Jahren nach Deutschland geflüchteten Menschen besser qualifiziert werden müssen - auch in den nicht-dualen Berufen. „Gesellschaftliche Teilhabe über Bildung, berufliche Qualifizierung und ein Arbeitsplatz sind die Grundlagen für eine gelingende Integration“, sagte das GEW-Vorstandsmitglied.

Daher setze sich die Bildungsgewerkschaft für eine Ausbildungsgarantie ein, die ohne revolutionäre Veränderungen möglich ist, wie der Nachbar Österreich bei vergleichbaren Bildungsbedingungen beweist. „Wir brauchen zudem eine Ausbildungsplatzumlage, die ausbildungswilligen Unternehmen die Ausbildung erleichtert“, betonte Klinger. Er machte deutlich, dass nur noch knapp ein Fünftel aller Betriebe ausbilde und der Anteil der Ausbildungsverhältnisse an der insgesamt gestiegenen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung bedenklich sinke. „Das zeigt: Wer allein auf die Kräfte des Marktes setzt, wird seiner Verantwortung gegenüber der nachwachsenden Generation nicht gerecht“, unterstrich Klinger. Die „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ müsse bei diesen Fragen deutliche Fortschritte erzielen. Ferner gelte es, die Qualität der Ausbildung zu verbessern. „Hohe Abbrecherquoten in einzelnen Branchen deuten darauf hin, dass bei der Ausbildung in den Betrieben Einiges im Argen liegt“, sagte der Berufsbildungsexperte.

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