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GEW: „Hochschulpakt verstetigen, Entfristungsoffensive starten“

Bildungsgewerkschaft zum Allzeithoch der Zahl der Studierenden

25.11.2016

Frankfurt a.M./Wiesbaden - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert Bund und Länder mit Blick auf das vom Statistischen Bundesamt gemeldete Allzeithoch der Zahl der Studierenden auf, rasch zu handeln. "Bund und Länder müssen jetzt dafür sorgen, dass alle Studierenden anständige Studienbedingungen bekommen. Es ist höchste Zeit, den 2020 auslaufenden Hochschulpakt zu verstetigen und eine Entfristungsoffensive zu starten", sagte der stellvertretende GEW-Vorsitzende und Hochschulexperte Andreas Keller am Freitag in Frankfurt a.M. Noch nie seien so viele Studierende an den Hochschulen eingeschrieben gewesen wie im aktuellen Wintersemester. Die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger liege erneut über den Prognosen der Kultusministerkonferenz (KMK).

"Auch dieser Studierendenberg wird sich nicht untertunneln lassen. Die Hochschulen müssen sich für einen langen Zeitraum auf hohe Studierendenzahlen einstellen. Gleichzeitig müssen wir endlich die im internationalen Vergleich miserablen Betreuungsrelationen an deutschen Hochschulen verbessern", mahnte Keller. Mit immer neuen befristeten Pakten sei den Hochschulen nicht geholfen. "Bund und Länder müssen jetzt die 2014 beschlossene Lockerung des Kooperationsverbots im Grundgesetz nutzen und den Hochschulpakt verstetigen und damit die Grundfinanzierung der Hochschulen dauerhaft anheben. Die zunehmenden Daueraufgaben der Hochschulen in der Lehre müssen auf Dauerstellen erledigt werden. Die GEW fordert eine Entfristungsoffensive, die bundesweit für 50.000 zusätzliche Dauerstellen im akademischen Mittelbau sorgt", erklärte der GEW-Vize.

Info: Das Statistische Bundesamt meldet mit 2,806 Millionen für das laufende Wintersemester 2016/17 so viele Studierende wie noch nie. Die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger liegt mit 505.910 erneut über der KMK-Prognose.

Aus Anlass der 9. GEW-Wissenschaftskonferenz im Oktober 2016 in Lutherstadt Wittenberg hat die GEW in ihrer "Wittenberger Erklärung" Bund und Länder bereits zu einer Entfristungsoffensive an den Hochschulen aufgefordert. Die Erklärung stützt sich auf Ergebnisse einer Expertise, die das Institut für Hochschulforschung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Auftrag der Max-Traeger-Stiftung vorgelegt hat.

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