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GEW: „Grundfinanzierung verbessern, Dauerstellen für Daueraufgaben!“

Bildungsgewerkschaft erhöht Druck auf Bundesregierung in Sachen Hochschulfinanzierung

06.11.2018

Frankfurt a. M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) aufgefordert, bei den laufenden Verhandlungen über die Zukunft des Hochschulpakts und weiterer Bund-Länder-Programme den Weg für eine bessere Grundfinanzierung frei zu machen. „Deutschlands Hochschulen sind unterfinanziert: flächendeckender Numerus clausus, katastrophale Betreuungsrelationen, Dozentinnen und Dozenten mit Kurzzeitverträgen. Die Bundesregierung darf nicht länger tatenlos zusehen, sondern muss endlich die Länder bei der Verbesserung der Grundfinanzierung der Hochschulen unterstützen. Die Aufstockung und Verstetigung des 2020 auslaufenden Hochschulpakts wären dafür ein überfälliger erster Schritt“, sagte Andreas Keller, stellvertretender Vorsitzender und Vorstandsmitglied für Hochschule und Forschung der GEW, mit Blick auf die heutige Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Zu der Tagung wird zum ersten Mal Ministerin Karliczek erwartet. Keller nimmt als Gast an der Versammlung teil.

Der GEW-Vize bot- HRK-Präsident Peter-André Alt die Zusammenarbeit mit der Bildungsgewerkschaft beim Engagement für eine bessere Hochschulfinanzierung an. „Die GEW unterstützt die HRK in ihrer Forderung nach einer dynamischen Finanzierungskomponente des Hochschulpakts, die nicht nur die künftige Preis- und Tarifentwicklung absichert, sondern auch die Betreuungsrelationen verbessert. Es kann nicht sein, dass an den Universitäten auf eine Professorin oder einen Professor über 60, in manchen Fachrichtungen sogar über 90 Studierende kommen. Rektorinnen und Rektoren, Studierende und Hochschulbeschäftigte sollten ihre Kräfte bündeln und sich gemeinsam für eine auskömmliche Finanzierung sowie gute Studien- und Arbeitsbedingungen stark machen“, sagte der GEW-Vize.

Kritisch bewertete Keller dagegen die Überlegungen der HRK zur künftigen Ausgestaltung des Qualitätspakts Lehre. „Ein Ausbau des Qualitätspakts Lehre zu einer ‚Exzellenzinitiative für die Lehre‘ würde die berechtigte Forderung der Hochschulen nach einer verlässlichen Grundfinanzierung konterkarieren. Statt nach dem Vorbild der Exzellenzinitiative für die Spitzenforschung nun auch noch Milliarden für exzellente Lehre an wenigen Spitzenhochschulen auszugeben, brauchen wir ein qualitativ hochwertiges Studium an allen Hochschulen. Hochschulpakt und Qualitätspakt müssen in der Breite wirksam werden“, mahnte der GEW-Hochschulexperte.

Voraussichtlich am 16. November wird die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) die Weichen für die Zukunft der Hochschulfinanzierung stellen. Im Vorfeld will die GEW den Druck für ein größeres Engagement der Bundesregierung erhöhen. Am kommenden Donnerstag, 8. November, wird die Bildungsgewerkschaft auf ihrem 9. Follow-up-Kongress zum „Templiner Manifest“ mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundes und der Länder debattieren und die Anforderungen der GEW an einen neuen Hochschulpakt („Budenheimer Memorandum“) zur Diskussion stellen.

Info: „Ein neuer Hochschulpakt muss her!“ – 9. Follow-up-Kongress zum „Templiner Manifest“ am 8. November, 10:30-16:30 Uhr, Maritim proArte Hotel Berlin, Friedrichstraße 151, 10117 Berlin.

„Ein neuer Hochschulpakt muss her!“ – „Budenheimer Memorandum“ der Bildungsgewerkschaft GEW.

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