GEW - Die Bildungsgewerkschaft
Du bist hier:

GEW fordert Goethe-Vorstand zu Verhandlungen über Beschäftigungsbedingungen auf

Bildungsgewerkschaft: Institut muss Verantwortung für Honorarlehrkräfte übernehmen

21.11.2014

München – Die freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Goethe-Instituts haben am Freitag in München mit einer weiteren Protestaktion ihrer Forderung nach Tarifverhandlungen über ihre Beschäftigungsbedingungen Nachdruck verliehen. Bisher weigert sich der Vorstand, mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Gesprächen aufzunehmen. In den Verhandlungen sollen die Bezahlung und die soziale Absicherung der überwiegend als Honorarlehrkräfte an den Inlandsinstituten beschäftigten Mitarbeiter tariflich geregelt werden.

„Obwohl sie stinksauer über die Verweigerungshaltung des Sprach- und Kulturinstituts sind, haben die Aktionsteilnehmer statt fauler Eier hübsche Forderungspakete mitgebracht“, sagte Oliver Brüchert, Tarifkoordinator der GEW. Diese übergaben sie den Mitgliedern des Goethe-Institut e.V., die sich heute in der Zentrale zur Mitgliederversammlung trafen.

„Die Proteste werden weitergehen, bis der Vorstand des Goethe-Instituts endlich versteht, dass es keine Alternative dazu gibt, sich mit der GEW an den Verhandlungstisch zu setzen“, sagte Brüchert. „Die freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben viele Pflichten, aber kaum Rechte. Von ihren Honoraren müssen sie sämtliche Sozialversicherungsbeiträge selbst zahlen, sie haben keinen Anspruch auf bezahlten Urlaub oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Viele sind seit Jahren überwiegend oder ausschließlich für das Goethe-Institut tätig. Obwohl sie die gleiche Arbeit leisten wie fest angestellte Lehrkräfte, haben sie ein deutlich geringeres Einkommen.“

Info:
Das Goethe-Institut unterhält neben den zahlreichen Auslandsinstituten und der Zentrale in München auch 13 Einrichtungen in Deutschland, die vor allem Kurse für Deutsch als Fremdsprache anbieten. In diesem Bereich werden überwiegend Honorarlehrkräfte beschäftigt. Das Goethe-Institut im Inland hat seit 20 Jahren so gut wie keine Lehrkräfte neu eingestellt. Deshalb bieten Honorarlehrkräfte mit rund 80 Prozent den Löwenanteil der Sprachkurse an. Ihre Tätigkeit entspricht der einer Vertragslehrkraft, ihre Bezahlung und soziale Sicherung fallen jedoch weit dahinter zurück.