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GEW: „Erzieherinnen-Beruf muss finanziell attraktiver werden“

Bildungsgewerkschaft zum Internationalen Frauentag

07.03.2014

Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Arbeitgeber im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen aufgefordert, Erzieherinnen und Erzieher besser zu bezahlen. Damit solle der Beruf attraktiver werden, um Nachwuchsprobleme anzupacken. „Es gibt aktuell zwei Stellschrauben für mehr Geld und mehr Anerkennung für den sogenannten Frauenberuf Erzieherin: die Tarifrunde und das Rentenpaket“, sagte GEW-Vorstandsmitglied Frauke Gützkow anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März. Neben einem deutlichen Gehaltsplus als Ergebnis der Tarifverhandlungen forderte sie deshalb auch Nachbesserungen beim Rentenpaket.

Gützkow wies darauf hin, dass in vielen Kitas nur Teilzeitarbeitsplätze angeboten würden und Erzieherinnen nach ihrer Elternzeit entweder gar nicht oder nur mit verminderter Stundenzahl an ihren Arbeitsplatz zurückkehren könnten. „Eine bessere Betreuungsinfrastruktur soll dem Fachkräftemangel in vielen Branchen entgegenwirken. Der Fachkräftemangel bei den Erzieherinnen ist mit der schlechten Bezahlung und den belastenden Arbeitsbedingungen hausgemacht. Er konterkariert die Bemühungen in der frühkindlichen Bildung“, bemängelte die Leiterin des Arbeitsbereichs Frauenpolitik in der GEW.

„Erzieherin ist längst ein Lebensberuf geworden, der aber noch immer kein finanzielles Auskommen über das Berufsleben hinweg und im Alter sichert. Vor allem in Ballungsräumen können Berufsanfängerinnen trotz drei- bis fünfjähriger Ausbildung von einem Einstiegsgehalt von 2.200 Euro brutto nur schlecht leben“, verdeutlichte Gützkow. Denn viele Erzieherinnen arbeiteten wegen eingeschränkter Öffnungszeiten der Einrichtungen zwangsweise in Teilzeit. Mancherorts wechselten die Arbeitszeiten jährlich oder noch öfter. „Offensichtlich spukt in den Köpfen der Arbeitgeber noch immer das Bild von der ‚Kindergarten-Tante‘ herum“, fasste Gützkow die Diskriminierung der Erzieherinnen bei Arbeitsbedingungen und Bezahlung zusammen.

„In der anstehenden Tarifrunde geht es um mehr Geld für gute Arbeit. Die Erzieherinnen haben eine kräftige Lohnerhöhung verdient“, begründete Gützkow die GEW-Forderung nach einem Grundbetrag von monatlich 100 Euro und einer Gehaltserhöhung um 3,5 Prozent im Vorfeld der in der kommenden Woche beginnenden Tarifverhandlungen.

Deutliche Nachbesserungen forderte Gützkow außerdem beim von der Großen Koalition geplanten Rentenpaket: „Der Gesetzentwurf zur abschlagsfreien Rente mit 63 nach 45 Jahren im Beruf grenzt Frauen in typischen Frauenberufen aus. Wir fordern, die Fachschulausbildung und die betriebliche Ausbildung gleichzustellen. Dann hätte ein größerer Kreis von Beschäftigten, die ihren Beruf auf Grund physischer oder psychischer Belastungen nicht bis zum regulären Rentenalter ausüben können, die Chance auf angemessene Einkünfte im Alter.“

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