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GEW: „Drei Milliarden Euro für Schulen und Kitas!“

24.11.2015

Bildungsgewerkschaft zur Beratung des Bildungshaushalts: „Bund muss sich stärker für Flüchtlinge engagieren!“

Berlin/Frankfurt a.M. – Gut drei Milliarden Euro jährlich zusätzlich fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für Schulen und Kitas, um Flüchtlingskinder zu integrieren. Mit Blick auf die heutige Beratung des Etats von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) erklärte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe: „Der Bund muss Länder und Kommunen bei der Integration von Flüchtlingen in das Bildungssystem stärker unterstützen. Denn: Bildung kann nicht warten! Die Mittel, die der Bundeshaushalt 2016 für die Bildung von Flüchtlingen vorsieht, reichen bei Weitem nicht aus.“ Tepe erinnerte daran, dass der Bund angesichts der guten Einnahmelage über finanzielle Spielräume verfüge: „Bildung darf nicht dem Dogma der ‚Schwarzen Null‘ geopfert werden.“ 

In der Bildungspolitik bestehe Konsens, dass Bildung der Schlüssel für gelingende Integration ist. Die GEW-Vorsitzende warnte davor, die Weichen jetzt falsch zu stellen. „Auch die Haushaltspolitiker müssen einsehen, dass ihre Knauserigkeit extrem hohe Folgekosten hat: Wer heute an Bildung spart, nimmt den Menschen berufliche Perspektiven und verlagert die Probleme auf die sozialen Sicherungssysteme“, betonte Tepe. 

Sie forderte, dass der Bund durchgängige Sprachbildung fördern müsse: „Eine schnelle Vermittlung der deutschen Sprache öffnet den Weg in Kitas, Schulen, Berufsausbildung, Hochschulen und den Arbeitsmarkt. Die Bildungseinrichtungen müssen deutlich besser ausgestattet werden, um dieser Herausforderung gerecht werden zu können. Bund und Länder müssen schleunigst Konzepte entwickeln, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen, unter anderem für Deutsch als Zweit-/Deutsch als Fremdsprache.“ Tepe erinnerte daran, dass das Kooperationsverbot in der Bildung endlich fallen müsse, damit Bund, Länder und Kommunen uneingeschränkt zusammen arbeiten dürfen. Trotzdem müssten aber auch jetzt schon alle Spielräume genutzt werden, damit der Bund Bildung für Flüchtlinge in der Fläche unterstützen könne: „Wenn der Bund Integrationskurse für Erwachsene anbieten kann, darf er mit Sicherheit auch Sprachbildung an Schulen und Kitas fördern oder ein Programm zur Fachkräftegewinnung an den Hochschulen auflegen“, sagte die GEW-Vorsitzende. 

Info: Die GEW hatte am 8. Oktober Handlungsempfehlungen zum Thema „Bildung für Flüchtlinge“ vorgestellt.

Den zusätzlichen Bedarf an pädagogischen Fachkräften schätzt die GEW auf etwa 24.000 Lehrkräfte an Schulen sowie 14.000 Erzieherinnen und Erzieher an Kitas. Bund, Länder und Kommunen müssten dafür gut drei Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich aufbringen.

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