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GEW-Bundesvorsitzende zu Besuch in Berliner Kita

03.07.2017

Presseerklärung Nr. 35/2017 der GEW Berlin

Die Bundesvorsitzende der GEW, Marlis Tepe hat während ihres Besuches in einer Berliner Kita einen politischen Richtungswechsel mit einer deutlichen Steigerung der öffentlichen Bildungsausgaben angemahnt. "Deutschland braucht mehr und bessere Bildung für alle Menschen. Gute Bildung ist nicht zum Spartarif zu haben. Pädagog*innen brauchen mehr Zeit für die Lernenden. Das geht nur mit zusätzlichem Personal in Kitas, Schulen, Hochschulen und der Weiterbildung", sagte Tepe bei ihrem Besuch in der Weddinger Kita Freienwalder Straße.

Begleitet wurde Tepe von der Landesvorsitzenden der GEW BERLIN, Doreen Siebernik. Siebernik erneuerte ihre Forderung nach einer besseren Bezahlung der Berliner Erzieherinnen und Erzieher. Die Landesvorsitzende stellte fest: "Es ist nicht gerecht, dass die Erzieher*innen in Berliner Kitas deutlich weniger verdienen als ihre Kolleg*innen in anderen Bundesländern". Siebernik verwies auf die Verantwortung des Berliner Senats, für ein konkurrenzfähiges und faires Gehalt der Erzieher*innen zu sorgen. "Rot-Rot-Grün hat versprochen, die strukturellen Defizite des in Berlin greifenden Tarifvertrags der Länder (TV-L) auszugleichen", erklärte Siebernik.

Im Gespräch mit Fachkräften und Personalräten vor Ort machte sich die Bundesvorsitzende Tepe für ein Kita-Qualitätsgesetz stark. "Der Geburtsort eines Kindes darf nicht über dessen Bildungsweg entscheiden. Deshalb hat die GEW den Beschluss der Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder (JFMK) für ein Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz begrüßt. Dieses muss der Bund jetzt finanziell unterstützen. In den nächsten Jahren müssen hierfür rund fünf Milliarden Euro bereitgestellt werden", forderte die Bundesvorsitzende. Die Gelder sind notwendig, um zusätzlich zum Ausbau der Kindertagesbetreuung den Personalschlüssel und damit die Qualität zu verbessern. Kita-Leitungen müssten für ihre Leitungsaufgaben freigestellt, die mittelbare pädagogische Arbeitszeit der Erzieher*innen anerkannt und die Fachberatungen finanziell abgesichert werden.

"Diese Verbesserungen sind auch ein wesentlicher Schritt, die Arbeitsbedingungen der Berliner Erzieher*innen attraktiver zu gestalten", unterstrich die Vorsitzende der GEW BERLIN, Siebernik. "Wir brauchen dringend bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Qualitativ gute Kitas sind zudem ein wichtiger Beitrag, um in ganz Deutschland gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen", so Siebernik weiter.

Hintergrund: Um Druck für zusätzliche Investitionen in die Bildung zu machen, hat die GEW die Initiative "Bildung. Weiter denken!" gestartet

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