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GEW: „Bund muss Hochschulen Lizenz zum Befristen entziehen“

Bildungsgewerkschaft zur heutigen Bundestagsdebatte zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz

06.06.2014

Frankfurt am Main – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Bundesregierung aufgefordert, zügig einen Gesetzentwurf zur Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes vorzulegen. „Neun von zehn wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden mit einem Zeitvertrag abgespeist, die Mehrheit der Zeitverträge hat eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Es ist höchste Zeit, dass sich das Parlament mit diesen Missständen befasst und den Druck auf die Regierung erhöht, endlich zu handeln“, sagte der stellvertretende Vorsitzende und Hochschulexperte der GEW, Andreas Keller, anlässlich der heutigen Debatte zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz im Deutschen Bundestag.

„Im ihrem Koalitionsvertrag haben CDU, CSU und SPD planbare und verlässliche Karrierewege in der Wissenschaft versprochen und eine Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes angekündigt“, erinnerte Keller. „Konkrete Maßnahmen hat die Koalition aber bisher nicht ergriffen, nicht einmal einen Zeitplan vorgelegt. Dabei liegen die Vorschläge für eine Gesetzesnovelle längst auf dem Tisch: Wir brauchen Mindestlaufzeiten für Zeitverträge, eine Aufhebung der Tarifsperre, eine verbindliche Ausgestaltung der familienpolitischen Komponente und die Durchsetzung des Grundsatzes, dass Daueraufgaben auf Dauerstellen erledigt werden. Der Gesetzgeber muss Hochschulen und Forschungseinrichtungen die Lizenz zum zügellosen Befristen von Arbeitsverträgen entziehen“, betonte Keller.

Info:
Der heutigen Debatte des Bundestages zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz liegt ein Gesetzentwurf der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (s. Downloadbox rechts oben) zugrunde.
Die Bildungsgewerkschaft GEW macht sich mit der Kampagne „Templiner Manifest“ für den „Traumjob Wissenschaft“ stark. Konkrete Vorschläge für eine Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes hat die GEW mit ihrem „Aktionsprogramm zur Umsetzung des ‚Templiner Manifest‘“ vorgelegt.