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GEW: „Bessere Bildung für eine bessere Welt“

Bildungsgewerkschaft mahnt zum „Weltlehrertag“ Reform der Ausbildung von Pädagoginnen und Pädagogen an

04.10.2013

Frankfurt a. M./Paris – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat mit Blick auf den „Weltlehrertag“ am 5. Oktober eine grundlegende Reform der Ausbildung von Pädagoginnen und Pädagogen angemahnt. „Lehrende müssen unterstützt werden, die Anforderungen inklusiver Bildung und multiethnischer Schulklassen erfolgreich umsetzen zu können. Dafür muss insbesondere die Ausbildung reformiert, aber auch die Fort- und Weiterbildung ausgebaut werden. Die Pädagoginnen und Pädagogen müssen besser darauf vorbereitet werden, mit der sozialen und kulturellen Vielfalt der Kinder und Jugendlichen umzugehen. Inklusion ist mehr, als Kinder, junge Menschen und Erwachsene mit Behinderungen in die Bildungseinrichtungen zu integrieren“, betonte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. Sie verlangte von den Kultusministerien darüber hinaus, die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer in der Fläche zu verbessern: Mit wenigen Exzellenzprogrammen an ausgewählten Hochschulen sei niemandem geholfen. Alle Schülerinnen und Schüler hätten Anspruch auf qualitativ bestmöglich ausgebildete Lehrkräfte.

Anlässlich des Weltlehrertags hat die Bildungsinternationale (BI) unter dem Motto „Gemeinsam für gute Bildung – bessere Bildung für eine bessere Welt“ eine Kampagne gestartet. Die GEW, sie ist Mitgliedsorganisation der BI, unterstützt den Vorstoß. „Alle Kinder und Jugendlichen haben das Menschenrecht auf gute, qualitativ hochwertige Bildung“, betonte Tepe zum Auftakt der Kampagne in Paris. „Weltweit gibt es rund 770 Millionen Analphabeten. 60 Millionen Kinder haben keine Chance, eine Grundschule zu besuchen. Fast dreimal so viele Mädchen und Jungen müssen – teils unter lebens- und gesundheitsgefährdenden Bedingungen – arbeiten, um den Unterhalt für sich und ihre Familien zu sichern. Das Millenniumsziel, dass bis 2015 alle Kinder zumindest eine kostenlose Grundbildung erhalten, ist nicht mehr zu erreichen. Das ist ein Armutszeugnis, insbesondere für die reichen Industriestaaten des Nordens, die nicht bereit waren, ausreichend Gelder bereitzustellen. Nur mit Bildung ist der Teufelskreis, in dem Armut von Generation zu Generation weiter vererbt wird, zu durchbrechen.“

Info: Der Weltlehrertag wird seit 1994 jährlich am 5. Oktober gefeiert. Die UNESCO, die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und die BI haben ihn ins Leben gerufen. Der 5. Oktober ist für die internationale Bildungsbewegung ein herausragendes Datum: 1964 haben UNESCO und ILO die „Charta zum Status der Lehrerinnen und Lehrer“ angenommen. Zum ersten Mal war es damit gelungen, in einem internationalen Konsens den Status des Lehrberufs in der Gesellschaft und die Verpflichtung der Politik zur Sicherung ausreichender Arbeits- und Lebensbedingungen für Pädagoginnen und Pädagogen festzuschreiben.

Die BI ist der internationale Dachverband von rund 400 Bildungsgewerkschaften aus 170 Ländern. Sie vertritt weltweit fast 30 Millionen im Bildungswesen Beschäftigte.