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GEW: „BAföG um zehn Prozent rauf - und zwar schnell!“

Bildungsgewerkschaft zum BAföG-Bericht der Bundesregierung

29.01.2014

Frankfurt a.M./Berlin - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, die Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) rasch zu erhöhen. „Die Zahl der Studierenden, die BAföG bekommen, sinkt – 2012 waren es gerade einmal 18,7 Prozent. DieBAföG-Empfänger erhalten im Durchschnitt nur 448 Euro. Mit anderen Worten: Zu wenige Studierende erhalten zu wenig BAföG. Es ist höchste Zeit für eine schnelle, spürbare BAföG-Erhöhung: Freibeträge und Bedarfssätze müssen um mindestens zehn Prozent angehoben werden“, betonte der stellvertretende GEW-Vorsitzende und Hochschulexperte, Andreas Keller, am Mittwoch mit Blick auf die Beratung des BAföG-Berichts der Bundesregierung im Bundeskabinett.

„Angeblich steht eine BAföG-Erhöhung nur wegen eines ‚Versehens‘ nicht im Koalitionsvertrag von Union und SPD. Die Große Koalition kann jetzt beweisen, dass sie es ernst meint mit der Verbesserung der Ausbildungsförderung“, erklärte Keller. „Neben der überfälligen BAföG-Erhöhung brauchen wir strukturelle Verbesserungen: eine lückenlose Förderung beim Übergang ins Masterstudium, die Umstellung der Darlehen auf Zuschüsse und die Ausweitung des BAföG auf Schülerinnen und Schüler. Außerdem muss die regelmäßige Anpassung der Freibeträge und Bedarfssätze endlich im Gesetz verankert werden.“

Kritisch bewertete Keller, dass im BAföG-Bericht der Bundesregierung die statistischen Methoden verändert worden seien. „Mit dem neuen Modell, das im Bericht im Einzelnen nicht offen gelegt wird, rechnet die Bundesregierung die Quote der BAföG-Empfänger nach oben. Von 2,358 Millionen Studierenden erhalten 440.000 Leistungen (= 18,7 Prozent) nach dem BAföG. Nach der Berechnungsmethode des aktuellen Regierungsberichts beträgt die Geförderten-Quote jedoch 28 Prozent. Statistische Taschenspielertricks helfen aber nicht weiter – wir brauchen keine geschönten Zahlen, sondern mehr BAföG für mehr Studierende“, sagte der GEW-Hochschulexperte.