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GEW: „BAföG rauf – und zwar schnell!“

31.05.2017

Bildungsgewerkschaft zur BAföG-Studie des Deutschen Studentenwerks

Frankfurt a.M. - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die politischen Parteien aufgefordert, unmittelbar nach der Bundestagswahl die Weichen für eine umfassende Reform des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) zu stellen. "Die BAföG-Bedarfssätze sind zu niedrig. Selbst wer den Höchstsatz von derzeit 735 Euro bekommt, kann damit die tatsächlichen Kosten von Studium und Lebensunterhalt nicht decken. Wir brauchen daher eine kräftige BAföG-Erhöhung - und zwar schnell", sagte Andreas Keller, stellvertretender GEW-Vorsitzender und Hochschulexperte, am Mittwoch mit Blick auf die Veröffentlichung einer neuen Studie des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS), die das Deutsche Studentenwerk in Auftrag gegeben hatte.

Keller erinnerte daran, dass bereits der im Frühjahr vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), der GEW und weiteren Gewerkschaften vorgestellte "Alternative BAföG-Bericht" den erheblichen Reformbedarf in der Ausbildungsförderung offen gelegt hatte. "Gerade noch 15 Prozent aller Studierenden erhalten Leistungen nach dem BAföG. Viele Studierende aus finanzschwachen Elternhäusern brechen ihr Studium vorzeitig ab, weil das BAföG die gestiegenen Lebenshaltungskosten nicht deckt. Insbesondere die Wohnungsmieten sind aus dem Ruder gelaufen: Die BAföG-Wohnpauschale liegt bei gerade mal 250 Euro - damit lässt sich in kaum einer Hochschulstadt eine Studentenbude finanzieren", kritisierte der GEW-Hochschulexperte.

Die BAföG-Reform müsse daher ganz nach oben auf die Agenda der neuen Bundesregierung, forderte Keller mit Blick auf die Bundestagswahl im September. "Wir brauchen nicht nur eine kräftige Anhebung der BAföG-Fördersätze und Freibeträge, sondern auch die Weiterentwicklung des BAföG zu einem Vollzuschuss: Die Aussicht, nach Fachhochschule oder Uni mit einem Schuldenberg ins Erwerbsleben zu starten, schreckt viele junge Menschen aus Nichtakademikerfamilien vom Studium ab. Zudem müssen endlich auch wieder Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen ab Klasse 11 BAföG beziehen können - schon auf dem Weg zum Abitur muss es mehr Chancengleichheit für alle geben", mahnte der GEW-Vize.

Info: Die Studie "Ermittlung der Lebenshaltungskosten von Studierenden" des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) ist heute veröffentlicht worden.

Der "Alternative BAföG-Bericht" der Gewerkschaften ist auf der Website des DGB zu finden.

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