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GEW: „BAföG-Erhöhung wird sofort gebraucht“

Bildungsgewerkschaft zur Ankündigung, das BAföG ab Herbst 2016 zu erhöhen

21.07.2014

Frankfurt a.M. – Anlässlich der heute von der Koalition im Bund angekündigten BAföG-Anhebung erklärte Marlis Tepe, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): „Es gibt keinen Grund, mit der BAföG-Erhöhung bis 2016 zu warten.“ Sie forderte die Bundesregierung auf, die BAföG-Erhöhung sofort umzusetzen. „Das BAföG wurde seit 2010 nicht mehr angepasst“, erinnerte Tepe. „Die Studierenden warten seit Jahren auf eine Anhebung. Wenn diese erst 2016 kommt, werden viele der heute Studierenden nichts mehr davon haben. Das BAföG hat dann fünf Nullrunden hinter sich – und zwei Generationen von Bachelor-Studierenden haben nie eine Erhöhung ihrer Förderung erhalten.“

Die Bildungsgewerkschaft begrüßte, dass die Bundesregierung nun doch mehr Geld für die BAföG-Anpassung in die Hand nimmt als ursprünglich angekündigt. „Wichtige Strukturreformen werden aber nicht angepackt“, mahnte Tepe. So sollen etwa die Altersgrenzen im BAföG unverändert bestehen bleiben. Wer – wie von der Politik gewollt – nach einem Bachelor-Studium zunächst ein paar Jahre Berufserfahrung sammelt und anschließend einen Master erwerben möchte, erhält auch in Zukunft kein BAföG. „Damit ist das BAföG weiterhin nicht Bologna-tauglich“, betonte Tepe. Außerdem kritisierte sie, dass die Darlehensbestandteile nicht angetastet werden und junge Menschen sich somit weiterhin verschulden müssen, um ein Studium zu finanzieren.