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GEW: „15.000 Beschäftigte folgen Warnstreikaufruf der Gewerkschaften“

Bildungsgewerkschaft zur Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder:

5,5 Prozent mehr Gehalt, Tarifvertrag für Lehrkräfte und keine Einschnitte in die Leistungen der Betriebsrente

25.03.2015

Düsseldorf/Köln/Dortmund/Bielefeld/Münster/Hannover/Saarbrücken – 15.000 im öffentlichen Dienst der Länder Beschäftigte - viele aus Schulen und Hochschulen – sind am Mittwoch dem Warnstreikaufruf der Gewerkschaften gefolgt. Sie machten sich für 5,5 Prozent, mindestens jedoch 175 Euro mehr Gehalt und einen Tarifvertrag für angestellte Lehrkräfte stark. Gleichzeitig wiesen sie den Vorstoß der Arbeitgeber nach Einschnitten in die Betriebsrente strikt zurück.

In Nordrhein-Westfalen (NRW) beteiligten sich 4.200 Beschäftigte, in der Mehrzahl Lehrkräfte, an den Streikaktionen. Die Kundgebungen in Düsseldorf, Köln, Münster, Bielefeld und Dortmund standen unter dem Eindruck der gestrigen Flugzeugkatastrophe in Südfrankreich. In Schweigeminuten gedachten die Kolleginnen und Kollegen der Opfer, unter ihnen zwei Lehrerinnen und 16 Schülerinnen und Schüler eines Gymnasiums in Haltern. Dorothea Schäfer, Vorsitzende der GEW NRW, sagte in Köln: „Heute fällt es schwer, für unsere Sache einzutreten. Wir gedenken der Opfer der schrecklichen Katastrophe und ihrer Angehörigen.“ Mit Blick auf die vierte Verhandlungsrunde erklärte sie: „Wir erwarten eine deutliche Bewegung der Arbeitgeber bei der Eingruppierung der Lehrkräfte und sagen: Hände weg von der Zusatzversorgung!“
GEW-Verhandlungsführer Andreas Gehrke bekräftigte während der Kundgebung in Bielefeld: „Wir wollen den Einstieg in einen Tarifvertrag zur Eingruppierung der Lehrerinnen und Lehrer.“

In Bremen und Niedersachsen legten 5.000 Beschäftigte die Arbeit nieder und kamen nach Hannover. Laura Pooth, stellvertretende Vorsitzende der GEW Niedersachsen, unterstrich während der zentralen Kundgebung, zu der ver.di, GEW, GdP und ddb-Tarifunion aufgerufen hatten: „Wir wollen für die größte Beschäftigtengruppe im öffentlichen Dienst der Länder einen Eingruppierungstarifvertrag. Die bundesweit 200.000 angestellten Lehrkräfte müssen endlich tariflich eingruppiert werden!“

6.000 Beschäftigte aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland beteiligten sich an den Warnstreiks und Aktionen der Gewerkschaften. Andreas Sánchez, stellvertretender Vorsitzender der GEW Saarland, betonte vor 4.000 Kolleginnen und Kollegen während der Kundgebung in Saarbrücken: „Die Arbeitgeber müssen endlich ihre Blockade beenden und ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. Wir wollen einen Tarifvertrag für die angestellten Lehrkräfte, der diesen Namen auch verdient!“

An der ersten Warnstreikwelle vor der dritten Verhandlungsrunde hatten sich bereits über 120.000 Beschäftigte beteiligt.

Info: Am Donnerstag sind zum Abschluss der zweiten Welle Warnstreiks in sieben Bundesländern geplant:

Donnerstag, 26. März: Berlin und Brandenburg mit einer gemeinsamen Kundgebung in Berlin; Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern mit einer gemeinsamen Kundgebung in Hamburg; Schleswig-Holstein: Kundgebung in Kiel; Bayern: Kundgebung in München; Baden-Württemberg: Kundgebungen in Stuttgart, Karlsruhe und Emmendingen bei Freiburg im Breisgau.

Die Gewerkschaften fordern 5,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 175 Euro, einen Tarifvertrag für die angestellten Lehrkräfte und einen Stopp sachgrundloser Befristungen. Eingriffe in die Leistungen der Zusatzversorgung – wie von der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) gefordert – lehnen sie ab.

Die TdL hatte auch in der dritten Verhandlungsrunde kein verhandlungsfähiges Gesamtangebot vorgelegt. Danach hatten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften darauf verständigt, die Verhandlungen zu unterbrechen. Sie vereinbarten einen vierten Verhandlungstermin. Damit sind die zentralen Fragen nach einer Gehaltserhöhung, einer Entgeltordnung für Lehrkräfte (L-EGO) und der Zukunft der Zusatzversorgung der Beschäftigten weiter offen.

Die vierte Verhandlungsrunde zwischen Arbeitgebern und den Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes ist auf Samstag, 28. März, in Potsdam terminiert. Für Medieninformationen erreichen Sie GEW-Pressesprecher Ulf Rödde während der Verhandlungen per Handy unter: 0160/90557232.

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