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GEW verlangt deutlich mehr Geld für inklusive Schulformen

Bildungsgewerkschaft zu den Ergebnissen der TIMSS-Studie

29.11.2016

Frankfurt a.M. - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert mit Blick auf die heute veröffentlichten Ergebnisse der TIMSS-Studie, deutlich mehr Geld in inklusive Schulsysteme zu investieren. "In einer inklusiven Schule können alle Kinder ihren individuellen Fähigkeiten entsprechend unterstützt und gefördert werden. Dafür brauchen wir eine bessere personelle und materielle Ausstattung inklusiver Schulformen, eine Lehrerbildung, die die angehenden Pädagoginnen und Pädagogen auf die soziale Realität in den Schulen vorbereitet und ihnen das notwendige Handwerkszeug für gute und erfolgreiche Arbeit mit heterogenen Lerngruppen mitgibt", sagte Ilka Hoffmann, für Schule verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied, am Dienstag in Frankfurt a.M. "Die TIMSS-Ergebnisse spiegeln die zunehmende soziale Spaltung in der Gesellschaft wider. Sie zeigen, dass alle Maßnahmen das Kardinalproblem des deutschen Schulwesens, die enge Kopplung von Schulerfolg und sozialer Herkunft, bisher nicht gelöst haben. Es fehlt an tragfähigen Konzepten, die Defizite, die Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern mitbringen, zu überwinden."

Hoffmann schlug vor, Programme aufzulegen, die Mädchen schon in der Grundschule Mut machen, auch im Fach Mathematik ihre Fähigkeiten zu zeigen. Die Ausweitung von Konzepten wie Sinus, das Diagnose mit Förderung und Unterricht verbindet, seien hilfreich, die Leistungen aller Schülerinnen und Schüler zu verbessern und darüber hinaus auch die spezifischen Schwierigkeiten von Mädchen im Mathe-Unterricht aufzugreifen.

TIMSS bestätige noch einmal, dass auch mit Blick auf die sogenannten Risikogruppen in der Vergangenheit zu wenig getan worden sei. "Diese Gruppe von Schülerinnen und Schüler konzentrieren sich häufig in bestimmten Stadtvierteln oder Schulen. Diese Schulen brauchen deutlich mehr personelle Ressourcen und eine nachhaltige Unterstützung bei der Konzeptentwicklung", sagte Hoffmann.