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GEW: „Digitalpakt 2.0 muss kommen!“

Bildungsgewerkschaft zur KMK-Tagung: schnelle Einigung mit nachhaltiger Wirkung notwendig

Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnt vor der Tagung der Kultusministerkonferenz (KMK) am Donnerstag, die Digitalisierung an Schulen ernst zu nehmen und sich mit dem Bundesbildungsministerium (BMBF) zügig zu einigen. In einem verstetigten Digitalpakt 2.0 sollten Qualität und Profession ins Zentrum rücken.

„Die KMK und das BMBF müssen sich jetzt zügig auf einen Digitalpakt 2.0 einigen. Schulen und Schulträger brauchen Klarheit, ob und wie es weitergeht“, betonte Ralf Becker, GEW-Vorstandsmitglied Berufliche Bildung und Weiterbildung, heute in Frankfurt a.M. „Wir müssen den Digitalpakt Schule verstetigen. Schuldigitalisierung ist kein Schnickschnack, sondern eine Zukunftsaufgabe.“ Mit Blick auf die jüngst diskutierte Kürzung des Finanzierungsanteils des Bundes, den die KMK kritisiert hatte, warnte Becker davor, dass es „gravierende Folgen“ habe, den Digitalpakt unter das Diktat von Haushaltskürzungen und Schuldenbremse zu stellen: „Dringend notwendige Investitionen an Schulen sind keine frei wählbare Zusatzoption. Schulen und Schulträger benötigen Planungssicherheit, etwa wenn sie Personal für die IT-Administration gewinnen wollen.“

Mit Blick auf die Mittelverteilung in einem Digitalpakt 2.0 kritisierte die Bildungsgewerkschaft, dass die KMK am „Königsteiner Schlüssel“ festhalten wolle. Auch die Mittelverteilung nach der Zahl der Schülerinnen und Schüler, die das BMBF vorgeschlagen hat, gehe der Bildungsgewerkschaft nicht weit genug. „Um Chancengleichheit zu verwirklichen, muss Ungleiches ungleich behandelt werden“, betonte Anja Bensinger-Stolze, GEW-Vorstandsmitglied Schule. „Um eine sozial ausgewogene und gerechte Steuerung eines Digitalpakt 2.0 zu erreichen, müssen die Gelder nach Sozialindex verteilt werden. Zudem braucht es ein transparentes Monitoring, das auch soziale Indikatoren berücksichtigt, digitale Schulentwicklungsprozesse sind durch mehr zeitliche, finanzielle und fachliche Ressourcen zu stärken und finanzschwache Kommunen gezielt zu fördern.“


Die GEW mache sich für einen Digitalpakt 2.0 stark, der gute Arbeits- und Lernbedingungen ins Zentrum rückt, so Bensinger-Stolze: „Digitalisierung an Schulen darf nicht von Effizienzkriterien und Profitinteressen getrieben sein. Unser Ziel ist, jedem Kind und jeder Lehrkraft die gleichen Möglichkeiten zu bieten, mit digitalen Geräten in einer guten Infrastruktur gut zu lernen und gut zu arbeiten. Bildungsfragen und pädagogische Konzepte müssen auch im Digitalpakt 2.0 handlungsleitend bleiben.“


Info: Die GEW hatte im Herbst 2023 ein Positionspapier zum Digitalpakt 2.0 vorgelegt. In diesem schlägt die Bildungsgewerkschaft eine Digitalisierung an Schulen vor, die die Qualität und Profession sowie eine sozial gerechte Verteilung der Gelder ins Zentrum rückt, z.B. nach dem Multiplen Benachteiligungsindex (MBI).
Die GEW hatte im Mai 2022 eine Studie zur Umsetzung des Digitalpakts Schule vorgelegt. Die Forscher Michael Wrase und Daniel Rohde hatten in dieser auch Vorschläge gemacht, wie der Digitalpakt Schule fortgesetzt werden könne.

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Ulf Rödde
Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands, Pressesprecher / Redaktionsleiter E&W
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