GEW - Die Bildungsgewerkschaft - Website https://www.gew.de GEW - Die Bildungsgewerkschaft - Website de-DE GEW - Die Bildungsgewerkschaft - Website Sat, 20 Apr 2019 22:43:29 +0200 Sat, 20 Apr 2019 22:43:29 +0200 TYPO3 EXT:news news-16340 Thu, 18 Apr 2019 12:30:00 +0200 Albtraum Spielzeugwelt https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/albtraum-spielzeugwelt/ Ob Barbiepuppe, Plüschtier oder Plastikflöte: Vier von fünf Spielzeugen stammen aus Fernost und Osteuropa. Dort lassen Disney, Mattel, Simba Dickie & Co. billig produzieren. Den Preis zahlen die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Fabriken. Internationales Artikel Hauptvorstand news-16337 Thu, 18 Apr 2019 10:05:00 +0200 Hochschulbau in der Krise https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/hochschulbau-in-der-krise/ Bis zu 50 Milliarden Euro fehlen Unis und Fachhochschulen für die Bauunterhaltung. Ab 2020 könnte die Lücke noch größer werden. Und: „Ein Digitalpakt für die Hochschulen ist bislang nicht in Sicht“, sagt GEW-Hochschulexperte Andreas Keller. Wissenschaft Bildung weiter denken Bildungsfinanzierung Artikel Hauptvorstand news-16305 Thu, 18 Apr 2019 08:40:00 +0200 Wenn aus Ben Lisa wird https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/wenn-aus-ben-lisa-wird/ Während Transidentität früher als Erwachsenenthema galt, unterstützen heute bereits Eltern ihre Kinder, im passenden Geschlecht zu leben. Weil das Thema stärker in der Öffentlichkeit ist, wissen Betroffene früher, was mit ihnen los ist. Kita Schule Gesellschaftspolitik Gleichstellung Artikel Hauptvorstand news-16475 Thu, 18 Apr 2019 08:21:30 +0200 Die GEW drückt ihre Solidarität aus https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/die-gew-drueckt-ihre-solidaritaet-aus/ Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) setzt sich für den Erhalt des Friedens und die Wahrung der Menschenrechte ein. Dies gilt insbesondere auch für die Türkei und Syrien. Migration Internationales Artikel Hauptvorstand news-16473 Wed, 17 Apr 2019 15:26:53 +0200 Bildung für gesellschaftlichen Wandel https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/bildung-fuer-gesellschaftlichen-wandel/ Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit nehmen zu – in ganz Europa. Umso wichtiger ist es, fundamentale Werte wie Menschenrechte, Solidarität, Demokratie zu verteidigen und Schülerinnen und Schülern zu vermitteln. Dabei hilft dieser Onlinekurs. Schule Bildung & Geschlecht Internationales LehrerInnenbildung Inklusion Gleichstellung Artikel Hauptvorstand news-16471 Wed, 17 Apr 2019 14:48:48 +0200 Vorschläge für Schulleitungen im Ausland ernten viel Kritik https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/vorschlaege-fuer-schulleitungen-im-ausland-ernten-viel-kritik/ Ein Musterdienstvertrag für Schulleitungen und Probleme bei der Lehrkräfteversorgung – damit beschäftigte sich das „Austauschforum“ am 3. April 2019, zu dem die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) eingeladen hatte. „Explosive Stimmung“ im Tagungsraum

Auf Ablehnung stieß der Musterdienstvertrag für Schulleitungen an Deutschen Auslandsschulen, den der Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA) im Januar 2019 veröffentlicht hatte. Was der Vertrag vorsehe, wirke „wie ein Hundehalsband für Schulleiterinnen und Schulleiter“. Günther Fecht, Vorsitzender der GEW-Arbeitsgruppe Auslandslehrerinnen und Auslandslehrer (AGAL), erklärte in seinem 15-minütigen Vortrag während des Austauschforums weiter: Die Frauen und Männer an der Spitze der Auslandsschulen wären dann „nur noch die Diener, die Befehlsempfänger der privaten Schulträgervereine“. Hätte der Vorstoß des WDA Erfolg, „dann würde kein Mensch mehr Schulleiter einer Deutschen Auslandsschulen werden wollen“. Günther Fecht berichtete von der „explosiven Stimmung“, die im Tagungsraum geherrscht habe. Sowohl Heike Toledo, Leiterin der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), als auch Guido Kemmerling, der im Auswärtigen Amt für die Deutschen Auslandsschulen zuständig ist, wiesen laut Fecht den WDA-Musterdienstvertrag zurück.

WDA-Chef rudert zurück

Der Vertrag war von einer Berliner Anwaltskanzlei als Anhang zu einem Gutachten ausgearbeitet worden. Der WDA hatte die Kanzlei beauftragt, eine juristische Stellungnahme zum ZfA-Vorschlag für ein „Qualitätsmanagement an Deutschen Auslandsschulen“ (AQM) zu erstellen. Die Kritik im Austauschforum zeigte offenbar Wirkung. Detlef Ernst, Vorsitzender des WDA, machte einen Rückzieher: „Man habe ja nur…“ Der Musterdienstvertrag sei ohne Zutun und Einflussnahme des WDA von der Anwaltskanzlei verfasst worden. „Warum steht der Musterdienstvertrag dann immer noch auf der Homepage des WDA?“, fragte Günther Fecht. Detlef Ernst habe mit Schulterzucken geantwortet – und zur Überraschung der Anwesenden den bisherigen Schulleiterdienstvertrag gelobt. „Erstaunlich“, nennt Günther Fecht diese Reaktion. „Womöglich war der WDA-Vorsitzende besorgt, dass er mit seinem Vorstoß den Bogen überspannt haben könnte.“  

GEW-Forderung: Schulentwicklungspläne sollen Lehrkräfte für Einsatz als ADLK vorhalten

Weiteres Thema des „Austauschforums“, an dem auch Vertreter der Kultusministerkonferenz (KMK), des Verbandes Deutscher Lehrer im Ausland (VDLiA) und mehrere Vertreter der Schulvorstände und drei Schulleiterinnen teilnahmen: Die anhaltenden Probleme der Auslandsschulen, offene Stellen zu besetzen. „Die Kernverantwortung liegt bei den Bundesländern“, erklärte der AGAL-Vorsitzende. „Es hapert mit der Freistellung in den einzelnen Schulämtern, Schulbehörden und Senatsverwaltungen.“ Fecht schlug während des „Austauschforums“ eine Regelung vor, die sich an den Vorgaben des Sozialgesetzbuchs IX zur Beschäftigung von Schwerbehinderten orientiert (SGB IX, § 154 sowie § 241, Abs.1). „In Hessen müssen demnach sechs Prozent der Lehrkräfte schwerbehindert sein.“ Wo dieser Prozentsatz unterschritten wird, werde das zuständige Schulamt ermahnt, mehr Menschen mit Behinderungen einzustellen. Es gelte, eine ähnliche Regelung für Auslandsdienstlehrkräfte (ADLK) und Bundesprogrammlehrkräfte (BPLK) zu schaffen. „Es muss ein prozentualer Anteil an Auslandslehrkräften in den Schulentwicklungsplänen der jeweiligen Bundesländer vorgehalten werden.“ Welcher  Prozentsatz nötig sei, so Günther Fecht, „ist noch offen“. Damit wird sich die GEW auf der nächsten Sitzung der AGAL im September in Berlin beschäftigen.  

 

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Schule Internationales Artikel Hauptvorstand
news-16469 Wed, 17 Apr 2019 14:10:33 +0200 Würdige Bezahlung https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/wuerdige-bezahlung/ Seit zehn Tagen streiken die polnischen Lehrerinnen und Lehrer, um eine spürbare Gehaltserhöhung zu erreichen. Regierung und konservative Medien werfen der Gewerkschaft ZNP vor, die Kinder als Geiseln für ihre Forderungen zu nutzen. Polnische Lehrkräfte werden schlecht bezahlt

„1.000 netto“ heißt das Postulat, dem neunzig Prozent des pädagogischen Personals bei der landesweiten Abstimmung am 25. März zugestimmt hatten. Eintausend polnische Zloty, gut 200 Euro mehr will die Lehrerschaft also, die zu den am schlechtesten bezahlten Berufsgruppen in Polen gehört.  Brutto 2.538 Zloty (ca. 600€, netto 450€)  erhält eine Lehrkraft mit abgeschlossenem Hochschulstudium und anschließender pädagogischer Ausbildung. Am Ende der Karriere kann sie auf 3.484 Zloty Brutto (2.492 Zloty Netto) kommen. Damit liegen die Lehrer weit unter dem polnischen Durchschnittseinkommen von 4.521 Zloty und knapp über dem Mindestlohn von 2.250 Zloty.  Die Lehrergehälter in Polen zählen heute zu den niedrigsten in den OECD-Ländern. Kein Wunder, dass der Lehrerberuf in Polen nicht attraktiv für junge Menschen ist.

Kein Geld für die Bildung

In den Verhandlungen der Lehrergewerkschaften mit der Regierung kam es zu keiner Einigung: Zwar hatte die führende Lehrergewerkschaft ZNP ihre Forderung auf dreißig Prozent Lohnerhöhung in 2 Schritten reduziert, die Regierung bot aber nur 14 Prozent an. Bildungsministerin Zalewska hatte im Januar gerade einmal fünf Prozent zugestehen wollen, nachdem sich als erste Protestaktion massenhaft Lehrer krank gemeldet hatten. Die Regierung behauptet, für weitere Gehaltserhöhungen sei kein Geld da. Darüber sind nicht nur die Lehrer verwundert, denn der heimliche Chef des Landes, Jaros?aw Kaczynski, Vorsitzender der rechten Regierungspartei PiS, hatte gerade noch Wahlgeschenke verkündet, die nächstes Jahr 40 Milliarden kosten könnten.

Streik während der Prüfungen

Nach dem Scheitern der Gespräche begann am 8. April der Streik, von dem 78 Prozent  der Schulen betroffen sein sollen. Der Streik wurde zeitlich so platziert, dass er enorm spürbar ist: „Nur ein Streik während der Prüfungsphase kann bewirken, dass die Regierung beginnt, die Bildung ernst zu nehmen“, erklärte der ZNP-Vorsitzende Slawomir Broniarz. Die Prüfungen zum Abschluss der Sekundarstufe 1 haben letzte Woche trotzdem stattgefunden, weil die Regierung kurzerhand die Prüfungsregularien lockerte, nicht streikende Lehrer an andere Schulen delegierte, externe Personen akquirierte. Außerdem standen KollegInnen der kleineren Gewerkschaft Solidarnosc zur Verfügung, deren Führung kurz vor Beginn des Streiks das Angebot der Regierung angenommen hatte. Der Solidarnosc laufen nun die Mitglieder davon.

Scharfe Angriffe gegen die ZNP

Am Sonntag schaltete sich Ministerpräsident Morawiecki in den Konflikt ein und bat die Lehrer, in der Karwoche den Streik auszusetzen und nach Ostern einen Runden Tisch zu bilden. ZNP-Chef Broniarz dazu: „Wir ermutigen den Premier dazu, in der Karwoche (polnisch „Große Woche“) große Taten zu vollbringen“. Der Streik ginge selbstverständlich weiter. Der Konflikt wird sich dann dramatisch zuspitzen, wenn die Abiturprüfungen Anfang Mai betroffen sind. Dann wird sich zeigen, ob die Stimmung in der Bevölkerung kippt. Noch zeigt gut die Hälfte Sympathien für den Streik und macht die Regierung verantwortlich für den Konflikt. Gegenüber Lehrern bestehen ähnlich tief verwurzelte Vorurteile wie in anderen Ländern (lange Ferien etc). Und die Angriffe der Politiker und konservativen Medien werden schärfer werden. Schon im März wurde der ZNP-Vorsitzende Broniarz auf dem Titelblatt der Gazeta Polska als Terrorist mit Maschinengewehr im Klassenzimmer gezeigt unter dem Titel „ZNP nimmt Kinder als Geiseln“.

Regierung spielt auf Zeit

Andererseits hat die immer noch auflagenstärkste Zeitung des Landes, die linksliberale Gazeta wyborcza, eine Spendenkampagne für die Lehrer initiiert, die bis Montag bereits 5 Mio Zloty gesammelt hatte. Die Regierung spielt auf Zeit und hofft, dass die Lehrer den Arbeitskampf nicht durchhalten werden und sich die finanziellen Mittel der Gewerkschaft erschöpfen. ZNP, die kürzlich ihr 100-jähriges Bestehen feierte, hat ungefähr so viele Mitglieder wie die GEW (knapp 300 000), organisiert damit fast die Hälfte der polnischen LehrerInnen. Die einst so starke NSZZ Solidarnosc hat lediglich 40 000 Mitglieder.

 

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Internationales Artikel Hauptvorstand
news-16334 Wed, 17 Apr 2019 13:00:00 +0200 „Integration von vorgestern“ https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/integration-von-vorgestern/ Zehn Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention sagt Reinald Eichholz, Jurist und Ex-Kinderbeauftragter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen: In Schulen wie auf dem Arbeitsmarkt habe sich zu wenig getan. Bildungssystem Inklusion Artikel Hauptvorstand news-16465 Wed, 17 Apr 2019 10:30:45 +0200 Materialsammlung der Demokratielabore https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/materialsammlung-der-demokratielabore/ Wie können Jugendliche das Internet in Zeiten von Hate Speech und Populismus positiv gestalten? Die Demokratielabore bieten verschiedene Formate rund um Digitalisierung, Technologien und gesellschaftliches Miteinander. Digitalisierung Artikel Unterrichtsmaterial Hauptvorstand news-16335 Wed, 17 Apr 2019 09:50:00 +0200 Barrieren bleiben https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/barrieren-bleiben/ Wie steht es um die Hochschule für alle? Zehn Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) müssen viele Studierende mit Beeinträchtigungen weiterhin darum kämpfen, gleichberechtigt zu studieren. Studium Inklusion Artikel Hauptvorstand news-16462 Tue, 16 Apr 2019 16:25:06 +0200 Unterrichtseinheit zu Klassenchat-Regeln https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/unterrichtseinheit-zu-klassenchat-regeln/ Smartphones sind aus dem Alltag von Schülerinnen und Schüler nicht mehr wegzudenken. Fast immer gibt es auch eine Klassenchat-Gruppe. Klicksafe bietet für Lehrkräfte daher die Unterrichtseinheit „Regeln für den Klassenchat“ an. Schule Digitalisierung Artikel Unterrichtsmaterial Hauptvorstand news-16458 Mon, 15 Apr 2019 16:15:55 +0200 Aktionstag an Schulen gegen Antisemitismus https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/aktionstag-an-schulen-gegen-antisemitismus/ Am 12. Juni 2019 jährt sich Anne Franks Geburtstag zum 90. Mal. Daher gibt es einen bundesweiten Aktionstag an Schulen - gegen Antisemitismus und zur Erinnerung an das im KZ verstorbene Mädchen sowie die Verbrechen der Nazis. Schule Gesellschaftspolitik Artikel Hauptvorstand news-16457 Mon, 15 Apr 2019 14:36:40 +0200 Unterrichtsaustausch im #twitterlehrerzimmer https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/unterrichtsaustausch-im-twitterlehrerzimmer/ Unter dem Hashtag #twitterlehrerzimmer sind immer mehr Lehrerinnen und Lehrer auf der Plattform unterwegs – um sich zu vernetzen, gegenseitig zu helfen, Ideen auszutauschen und für den eigenen Unterricht inspirieren zu lassen. Schule Digitalisierung Artikel Hauptvorstand news-16303 Mon, 15 Apr 2019 14:30:00 +0200 Der semantische Bürgerkrieg https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/der-semantische-buergerkrieg/ Mit einer Reihe Strategien hebeln die Rechten gängige Diskursregeln aus. Gut ist, diese zu kennen – und sie weder zu leugnen, noch sich zurückzuziehen. Gesellschaftspolitik Artikel Hauptvorstand news-16310 Mon, 15 Apr 2019 12:00:00 +0200 „Minenfeld“ Imam-Ausbildung https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/minenfeld-imam-ausbildung/ Über „die heikle Frage der Imam-Ausbildung“ sowie über den Religionsunterricht für muslimische Schülerinnen und Schüler hat E&W mit dem Islamwissenschaftler Bülent Uçar gesprochen, der an der Universität Osnabrück Imame ausbildet. Wissenschaft Schule Migration Gesellschaftspolitik Artikel Hauptvorstand news-16304 Mon, 15 Apr 2019 09:35:00 +0200 Mehr Zeit für politische Bildung https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/mehr-zeit-fuer-politische-bildung/ Politische Bildung führt ein Schattendasein und muss wieder ins Licht gerückt werden. Skandalös hoch ist der in der Schule fachfremd erteilte Politikunterricht. Der liegt in Gymnasien bei gut 30, in anderen Schulformen bei 70 bis über 80 Prozent. Gesellschaftspolitik Bildungsqualität Bildungssystem Artikel Hauptvorstand news-16296 Fri, 12 Apr 2019 12:10:00 +0200 Politikstunde mit Rechten https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/politikstunde-mit-rechten/ Politische Bildung gehe nicht ohne Emotionen, betonten Expertinnen und Experten auf dem „Bundeskongress Politische Bildung“ in Leipzig. Aber wie geht man mit rechten Sprüchen im Unterricht um? Gesellschaftspolitik Artikel Hauptvorstand news-16295 Fri, 12 Apr 2019 10:05:00 +0200 Reaktionäres Frauenbild https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/reaktionaeres-frauenbild/ Der Rechtsruck geht nicht nur von Männern aus. In der Identitären Bewegung (IB) und in der AfD schüren Frauen den Hass auf Migranten. Im Namen der Solidarität mit weißen Frauen wird rassistisch agitiert. Hass und Hetze

Die Studie „Triumph der Frauen“ der Friedrich-Ebert-Stiftung geht der Frage nach, welche Rolle Frauen als Protagonistinnen und Wählerinnen populistischer Parteien in sechs Ländern Europas übernehmen. Nach Wahlen und Rechtsruck in Europa stand meist die Wut weißer Männer im Fokus, – doch was ist mit der Wut weißer Frauen? Tausende deutsche Frauen engagieren sich in rassistischen Anti-Asyl-Initiativen. Und warum wählen so viele deutsche Frauen, aufgewachsen in einem der freiesten und progressivsten Länder der Welt, rechts?

Am Beispiel der AfD – an deren Spitze Politikerinnen wie Beatrix von Storch und Alice Weidel die Wut auf Migranten mitforcieren – beleuchtet Herausgeberin Elisa Gutsche, wie sich die Partei als Schützerin von Frauenrechten aufspielt, wenn Aggressoren als Einwanderer, am besten mit muslimischem Hintergrund, ausgemacht werden. Geht es aber darum, häusliche und sexualisierte Gewalt von weißen Tätern zu thematisieren, herrscht Schweigen.

Zentrales Thema ist, die Zuwanderung zu begrenzen und eine nachhaltige, erfolgreiche Integrationspolitik zu verhindern. Das völkische Ideal einer homogenen -Abstammungsgesellschaft im Sinne der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ wird verbreitet. Dem durch Vielfalt, Antidiskriminierung und Gleichstellung geprägten Zeitgeist wird mit reaktionärer Politik und antimodernen Rollenbildern begegnet. Abtreibung und Emanzipation werden als Teil einer Familienpolitik begriffen, die zum beabsichtigten „Volkstod“ der Deutschen führt. Die Studie stellt klar: Der „Triumph der Frauen“ darf so nicht aussehen. Um Wut und Hass etwas entgegenzustellen, bedarf es eines Female Face – also dem weiblichen Gesicht einer solidarischen und demokratischen Gesellschaft.

Rechtsextreme entdecken die Bildung

Moderne Rechtsextreme kleiden ihren Rassismus in modern klingende -Worte. Sie reden von „Ethnien“ statt Rasse, von „Kulturkampf“ statt Brauchtum. -Ihrem Verständnis zufolge führen Einwanderungsgesellschaften zum „Ethnozid“. Auch das Frauenbild ist reaktionär.

Völkisch-nationalistische AfD-Politiker wie Björn Höcke sprechen von einer „Identität“ der Geschlechter, einer „natürlichen Geschlechterordnung“. Dieser Ideologie entsprechend entscheidet bereits die Geburt über die Rollenzuteilung. Die Formung der Kinder nach geschlechtsspezifischen Kriterien zählt zur politischen Willensbildung. Da Sorge-, Pflege- und Erziehungstätigkeiten Mädchen und Frauen zugeordnet werden, wenden diese sich diesen Berufsfeldern zu.

 

Pädagoginnen mit völkischem Hintergrund

Ortrun G. studiert an der Universität Bremen Lehramt, Dietlind B. ist bereits Lehrerin, Almuth S. hat ihr Pädagogikstudium in Dresden aufgenommen, Irmhild M.-S. unterrichtet Musik an einer Waldorfschule in Schleswig-Holstein, befindet sich aber zurzeit im Schwangerschaftsurlaub, Gerhild D. arbeitet als selbstständige Musiklehrerin in der Lüneburger Heide, nebenher bringt sie den Kameraden Volkstanz bei. Diese jungen Frauen gehören zur rechtsextremen Szene, sie waren in völkisch-nationalistischen Jugendorganisationen aktiv oder beteiligen sich an Aktionen der Identitären Bewegung.

Pädagoginnen mit völkischem Hintergrund sind keine Seltenheit. Als Fraktionsvorsitzender der AfD im Thüringer Landtag stellte der ehemalige Gymnasiallehrer Höcke 2018 ein Positionspapier zur „Leitkultur“ vor, darin heißt es: „Vor allem in den Schulen und Bildungseinrichtungen muss die Förderung einer lebendigen Vermittlung der identitätsprägenden Inhalte unserer Kultur und Geschichte wieder zur pädagogischen Leitlinie werden.“ Von der AfD bis zur NPD wird sich um „kulturelle Hegemonie“ im vorpolitischen Raum bemüht.

 

Rechtsextreme in der frühkindlichen Bildung

2010 mahnte die NPD-nahe Zeitung „Deutsche Stimme“: Erziehung sei eine „nationale Lebensaufgabe“ und forderte dazu auf, Ausbildungen zur „Sozialassistentin“ oder zu „Erziehern“ abzuschließen, denn die vorschulische Erziehung sowie die Kinder- und Jugendarbeit würden noch „allzu oft ungenützt von uns Nationalen“ bleiben. 2010 sorgte der Fall einer Klassenlehrerin aus der Nähe von Husum für Schlagzeilen. Die Parteifunktionärin hatte einen ihrer Schüler für die NPD angeworben und Mails an ihn mit „88“, dem Szenecode für „Heil Hitler“ unterzeichnet.

Auch in der frühkindlichen Bildung versuchen Rechtsextreme, Fuß zu fassen. Jahrelang hatten Eltern und Medien immer wieder darauf hingewiesen, dass Birkhild T., Erzieherin in einer Kita in Lüneburg, nicht nur mit einem NPD-Funktionär verheiratet ist, sondern selbst zeitweilig die später verbotene Wiking-Jugend mitangeführt habe. 2013 willigte sie in ihre Kündigung ein. 2018 beklagte sich T. dann öffentlich in einem Video mit dem Titel „Ausgrenzung & Sippenhaft“. Darin spricht sie in die Kamera eines rechtsextremen YouTubers, der sich „Der Volkslehrer“ nennt.

T. verharmlost die NPD als „reguläre Partei“ und relativiert ihre Zeit in der paramilitärischen Wiking-Jugend: Es sei nur darum gegangen, „die Kultur zu erhalten“. Ihr Interviewpartner zeigt viel Verständnis. Wenig verwunderlich, denn hinter „Der Volkslehrer“ verbirgt sich der ehemalige Berliner Grundschullehrer Nikolai Nerling. Dem 38-jährigen Rechtsextremisten war im Mai 2018 gekündigt worden. Der Clip mit der weinenden Erzieherin wurde bisher über 51.000 Mal angeklickt. 

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Artikel Hauptvorstand
news-16301 Fri, 12 Apr 2019 08:25:00 +0200 Auf dem Weg zur rechtsextremen Partei... https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/auf-dem-weg-zur-rechtsextremen-partei/ … sei die AfD, sagt der Bonner Politikwissenschaftler Frank Decker im Interview. „Rechtsextreme werden von der Parteispitze geduldet, vielleicht sogar gefördert.“ Gesellschaftspolitik Artikel Hauptvorstand news-16440 Thu, 11 Apr 2019 11:18:54 +0200 Vier Unterrichtsmodule zur Europawahl 2019 https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/vier-unterrichtsmodule-zur-europawahl-2019/ Ein mehrsprachiges Europawahl-Projekt für die Sekundarstufe I erklärt Schülerinnen und Schülern in vier Modulen, wieso die EU und die Europawahl für Jugendliche wichtig sind. Internationales Artikel Unterrichtsmaterial Hauptvorstand news-16437 Thu, 11 Apr 2019 11:07:59 +0200 Heraus zum Semesterstart https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/heraus-zum-semesterstart/ Pünktlich zum Semesterstart ist die Sommersemester-Ausgabe 2019 der GEW-Studierendenzeitung read.me ausgeliefert worden. Die Themen der aktuellen Ausgabe sind u.a.: „Pizza ohne Hetze“ – zum Umgang mit der AfD an Hochschulen; „Es ist etwas angespannt“ – eine Student of Color-Perspektive auf die Ereignisse in Chemnitz und „Von Kanada lernen" – Hochschulkämpfe in Zeiten der rechtsautoritär-neoliberalen Wende. Anlässlich der aktuellen Debatte zum 26. Änderungsgesetz des BAföG fragt die read.me mit Blick über den deutschen Tellerrand: „Geht das mit der Finanzierung auch anders?“ Die read.me wird bundesweit an den Hochschulen verteilt.

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Studium Wissenschaft Artikel Hauptvorstand
news-16433 Thu, 11 Apr 2019 07:37:45 +0200 Terre des Femmes vergibt Negativ-Preis für sexistische Werbung https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/terre-des-femmes-vergibt-negativ-preis-fuer-sexistische-werbung/ Terre des Femmes vergibt wieder den „Zornigen Kaktus“ für sexistische Werbung. Bis 14. Juni 2019 können Werbungen online für den Preis eingereicht und nominiert werden. Gleichstellung Artikel Hauptvorstand news-16432 Wed, 10 Apr 2019 15:30:46 +0200 Unterrichtsmodule für Instagram https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/unterrichtsmodule-fuer-instagram/ Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg hat eine Materialsammlung veröffentlicht, welche die bei Jugendlichen beliebte App Instagram vorstellt. Auch Themen wie mediale Frauen- und Männerbilder werden darin angesprochen. Schule Gleichstellung Artikel Unterrichtsmaterial Hauptvorstand news-16430 Wed, 10 Apr 2019 14:59:10 +0200 Thriller über einen Streik in Südfrankreich https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/thriller-ueber-einen-streik-in-suedfrankreich/ 1.100 Fabrikangestellten droht die Arbeitslosigkeit, als die Leitung sich unerwartet für die Schließung entscheidet. Vor dem Hintergrund von Demonstrationen und Verhandlungen mit den Fabrikmanagern entfaltet sich ein politischer Thriller. Gesellschaftspolitik Artikel Unterrichtsmaterial Hauptvorstand news-16426 Wed, 10 Apr 2019 14:09:29 +0200 Ein Europa für Alle: Deine Stimme gegen Nationalismus! https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/ein-europa-fuer-alle-deine-stimme-gegen-nationalismus-1/ Zehntausende Menschen sollen am 19. Mai in Europas Großstädten für ein demokratisches und solidarisches Europa demonstrieren. Bei der Wahl am 26. Mai 2019 sollen keine Nationalisten und Rechtsextremen ins EU-Parlament einziehen. Gesellschaftspolitik Internationales Artikel Hauptvorstand news-16299 Wed, 10 Apr 2019 13:30:00 +0200 Mehr Schein als Sein https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/mehr-schein-als-sein/ Entgegen ihrer Selbstdarstellung haben extreme Rechte an den Hochschulen bislang nicht Fuß fassen können. Doch das Klima verändert sich. Und die Suche nach Gegenstrategien hat gerade erst begonnen. Studium Wissenschaft Gesellschaftspolitik Artikel Hauptvorstand news-16298 Wed, 10 Apr 2019 11:20:00 +0200 „Eine Schule ist Teil ihres Umfelds“ https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/eine-schule-ist-teil-ihres-umfelds/ Michael Hammerbacher, Leiter des Vereins für Demokratie und Vielfalt in Schule und beruflicher Bildung, sagt: „In Regionen, in denen viele Menschen Zuwanderung skeptisch sehen, spiegelt sich das auch in Lehrerzimmern wider.“ Berufliche Bildung Schule Gesellschaftspolitik Artikel Hauptvorstand news-16421 Wed, 10 Apr 2019 10:05:15 +0200 Chaos Computer Club engagiert sich in der Bildung https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/chaos-computer-club-engagiert-sich-in-der-bildung/ „Chaos macht Schule“ ist eine Initiative des Chaos Computer Clubs (CCC), die mit Bildungsinstitutionen zusammenarbeitet. Ziel des Projekts ist es, Schüler, Eltern und Lehrkräfte in den Bereichen Medienkompetenz und Technikverständnis zu stärken. Schule Digitalisierung Artikel Hauptvorstand news-16297 Wed, 10 Apr 2019 09:15:00 +0200 „Kinder sind nicht Problemverursacher“ https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/kinder-sind-nicht-problemverursacher/ Dort, wo AfD und NPD bei Eltern gut ankommen, macht sich das auch im Kita-Alltag bemerkbar. Erzieherinnen und Erzieher stellt das vor Herausforderungen. Ziel ist, die Entscheidungsfreiheit der Kinder zu stärken. Kita Gesellschaftspolitik Artikel Hauptvorstand news-16415 Tue, 09 Apr 2019 12:28:35 +0200 Unbefristeter Lehrerstreik https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/unbefristeter-lehrerstreik/ Landesweit sind Lehrerinnen und Lehrer in Polen am 8. April in den Streik getreten, um ihrer Forderung nach besserer Bezahlung Nachdruck zu verleihen. Ihr Einstiegsgehalt liegt bei 600 € brutto. Polnische Lehrkräfte verdienen nur wenig mehr als den Mindestlohn

Nicht nur im europäischen Vergleich liegen die Lehrergehälter in Polen am unteren Ende der Einkommen, auch im eigenen Land gehören Lehrkräfte zu den am schlechtesten bezahlten Berufsgruppen. Das Einstiegsgehalt einer qualifizierten Lehrkraft mit Hochschulstudium und pädagogischer Ausbildung beträgt brutto 2.538 PLN ( ca. 600 €) und liegt damit nur wenig über dem gesetzlichen Mindestlohn von 2.250 PLN. Das Durchschnittseinkommen in Polen ist mit 4.521 PLN fast doppelt so hoch.

In ganz Polen wird gestreikt

Die Lehrergewerkschaften ZNP und FZZ fordern eine Gehaltserhöhung von 1.000 PLN und eine neue Gehaltsstruktur. Monatelang hatten sie mit der PiS-Regierung erfolglos darüber verhandelt. Nun ist ihre Geduld am Ende: „Wir wollen mit unserem Streik eine Angleichung der Lehrergehälter in Polen an den Durchschnittslohn der Beschäftigten erreichen“, begründet Sławomir Broniarz,  Vorsitzender der größten polnischen Lehrergewerkschaft ZNP,  die Entscheidung zum Arbeitskampf.  Überall in Polen fiel am ersten Streiktag der Unterricht aus. Allein in der Hauptstadt Warschau waren nach Angaben der Stadtverwaltung rund 8.000 der 10.000 Lehrerinnen und Lehrer dem Streikaufruf ihrer Gewerkschaften gefolgt.

GEW-Solidarität mit polnischen Lehrkräften

Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe, die gleichzeitig Vizepräsidentin der Bildungsinternationale für Europa ist,  hat in einem Schreiben an Sławomir Broniarz ihre Solidarität bekundet: „In vielen Ländern sehen wir eine ständig wachsende Arbeitsbelastung der Lehrkräfte, während gleichzeitig die Gehälter sich von denen vergleichbarer akademischer Berufe immer weiter entfernen. Das Gehalt spiegelt den Wert eines Berufs in der Gesellschaft wider. Die Gehälter der Lehrerinnen und Lehrer in Polen zeigen aber, dass ihr Ansehen gering ist und der Beruf für junge Menschen unattraktiv. Eure Regierung sollte der Bildung und der Attraktivität des Lehrberufs durch erhebliche öffentliche Investitionen Priorität einräumen. Wir unterstützen euren Kampf, weil es ein gemeinsamer Kampf in ganz Europa ist und wünschen euch viel Erfolg für eure Forderungen.“

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Artikel Hauptvorstand