GEW - Die Bildungsgewerkschaft

Daniel Merbitz

Daniel Merbitz kandidiert für den Arbeitsbereich Tarif- und Beamtenpolitik.

Daniel Merbitz, 45 Jahre (Foto: Kay Herschelmann)

Ich bin Jahrgang 1976, in der DDR geboren und seit meiner Jugend gewerkschaftlich aktiv. Von Hause aus bin ich Volljurist, spezialisiert sowohl auf Arbeits- als auch auf Verfassungsrecht. Von 2001 bis 2017 habe ich hauptamtlich als Tarifsekretär beim GEW-Landesverband Sachsen-Anhalt gearbeitet. Seit 2017 verantworte ich den Bereich Tarif- und Beamtenpolitik der GEW auf der Bundesebene.

Gemeinsam haben wir das wichtige Thema des Streikrechtes für Beamtinnen und Beamte bewegt und sind jetzt beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, um das 2018 vom Bundesverfassungsgericht zementierte Streikverbot zu kippen. Gemeinsam werden wir die nächsten großen Herausforderungen bewältigen: In diesem Jahr findet die erste Länder-Tarifrunde statt, die wir unter Pandemiebedingungen durchführen. Dazu gehören die Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten, die Weiterentwicklung der Lehrkräfte-Entgeltordnung und die Tarifrunde für die Landesbeschäftigten in Hessen.

Ich finde es sehr wichtig, die Arbeitszeitpolitik weiter intensiv und komplex in den Blick zu nehmen. Wir brauchen ein neues Verständnis von Zeit, das neben Erwerbsarbeit auch Sorgearbeit, Weiterbildung sowie politisches und ehrenamtliches Engagement in den Blick nimmt. Zunehmende Arbeitsverdichtung, Entgrenzung von Arbeit und Arbeitsbelastung müssen weiter problematisiert und bekämpft werden. Dies erfordert auch eine Stärkung und Ausweitung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

Für die Umsetzung der Tarifforderungen für den Bereich Hochschule und Forschung sowie die Schaffung eines Tarifschutzes für an Hochschulen arbeitende Studierende brauchen wir einen langen Atem. Die Aufwertungsrunden für den Sozial- und Erziehungsdienst, aber auch die Forderungen nach A13/E13 für Grundschul- und Sekundarstufe-I-Lehrkräfte sind hart umkämpfte Etappen auf dem langen und mühsamen Weg der Gleichstellung. Ich ahne und befürchte, dass die finanziellen Lasten der Pandemiebewältigung auf die Schwächsten abgewälzt werden sollen. Wir müssen gegen den drohenden Sozialabbau mobilisieren! Wir haben erlebt, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein.

Daniel Merbitz