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Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern

Lehrkräfte werden in Deutschland je nach Bundesland sehr unterschiedlich bezahlt. Die GEW beantwortet, wie sich das Gehalt unterscheidet, wie das Einstiegsgehalt aussieht und wann von Besoldung die Rede ist.

Gehalt und Besoldung – was ist das?

Grundsätzlich muss man bei der Bezahlung von Lehrkräften zwischen Beamtinnen und Beamten und Angestellten unterscheiden. Bei Beamtinnen und Beamten redet man zwar im allgemeinen Sprachgebrauch ebenfalls vom „Gehalt“, korrekt heißt es hier aber „Besoldung“, da sie rein rechtlich nicht für die Arbeit bezahlt, sondern für die Wahrnehmung eines Amtes alimentiert werden. Beamte erhalten also eine Art Unterhaltszahlung, die ihnen und ihrer Familie eine „amtsangemessene“ Lebenshaltung ermöglicht. Deshalb gibt es im Beamtenrecht weiterhin Kinderzuschläge, die im Tarifrecht abgeschafft sind.

Bei den Angestellten muss man berücksichtigen, dass sie sozialversicherungspflichtig sind, d.h. Arbeitnehmeranteile zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zu entrichten haben (zusammen knapp 20 Prozent vom Brutto). Hinzu kommt der Arbeitnehmeranteil an der Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes. Beamtinnen und Beamte sind nicht sozialversicherungspflichtig, müssen aber ihren Anteil an einer privaten Kranken- und Pflegeversicherung selbst tragen, der individuell verschieden hoch ist.

Tarifvertrag für angestellte Lehrkräfte

Seit 2017 gilt der Tarifvertrag Entgeltordnung für Lehrkräfte (TV EntgO-L) auch für angestellte Lehrkräfte, die GEW-Mitglieder sind. Diesem Schritt ging ein jahrelanges Ringen um Eingruppierungsregelungen für Lehrerinnen und Lehrer voraus.  Seit 2006 kämpfte die GEW für einen Tarifvertrag über eine Entgeltordnung für angestellte Lehrkräfte, die sogenannte L-Ego. Damals war der für angestellte Lehrerinnen und Lehrer geltende Bundesangestelltentarifvertrag (BAT) durch den Tarifvertrag der Länder (TV-L) abgelöst worden. Im Zuge dessen konnte die GEW durchsetzen, dass für angestellte Lehrkräfte, die bis dahin rein nach einseitigen „Lehrer-Richtlinien“ der Arbeitgeber eingruppiert wurden, über eine tarifvertragliche Regelung verhandelt werden sollte.“

Einstiegsgehälter für Lehrkräfte nach dem 2. Staatsexamen

Stand: Juli 2022

Anmerkung: Nettowerte für Steuerklasse I ohne Kinder, ohne Kirchensteuer. Bei Beamt*innen angenommer Beitrag zur PKV 250 Euro.

Deutliche Unterschiede in der Bezahlung

Seit der Föderalismusreform I im Jahr 2006 sind die Bundesländer selbst für das Dienstrecht, darunter auch die Besoldung ihrer Beamtinnen und Beamten, zuständig. Dies hat dazu geführt, dass sich die Besoldung immer weiter auseinander entwickelt. Auch der Grundsatz „Besoldung folgt Tarif“ wurde seither oft nicht befolgt, weil einzelne Bundesländer Tarifabschlüsse nur teilweise oder gar nicht auf die Beamtenbesoldung übertragen haben. Diese Unterschiede sieht man bereits im Vorbereitungsdienst / Referendariat, welches üblicherweise im Status einer/eines „Beamten/in auf Widerruf“ absolviert wird.

Angestellte Lehrkräfte der Länder - mit Ausnahme von Hessen, das nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) ist - werden nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L) bezahlt. Für Angestellte bei kommunalen Arbeitgebern, zum Beispiel Lehrkräfte an kommunalen Schulen in Bayern, gilt der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD).

Obwohl die Entgelttabelle zum TV-L in allen Bundesländern (außer Hessen) gleich ist, weicht auch die Bezahlung der angestellten Lehrkräfte in den Ländern mitunter voneinander ab, weil die tarifliche Eingruppierung sich im Wesentlichen an der Besoldungsgruppe einer vergleichbaren verbeamteten Lehrkraft orientiert. In den Bundesländern gibt es verschiedene Schulformen und die Lehrämter sind unterschiedlichen Besoldungsgruppen zugeordnet. Insbesondere gilt dies für die Schulformen der Sekundarstufe I, die teilweise nach A 12, teilweise nach A 13 besoldet werden. Weitere Infos hierzu finden sich auf der Seite zum Laufbahnrecht der Länder.

Die GEW fordert seit Jahrzehnten, dass alle wissenschaftlich ausgebildeten Lehrämter der Besoldungsgruppe A 13 zugeordnet werden, die auch für andere Akademiker*innen im öffentlichen Dienst gilt. Seit einigen Jahren führt sie hierzu die Kampagne JA13 durch. Inzwischen ist dieses Ziel im Osten und im Norden weitgehend erreicht, während der Süden und der Westen noch einen weiten Weg zu gehen haben – siehe hierzu die GEW-Kampagne JA13!

In der Downloadbox finden Sie die GEW-Faltblätter mit den aktuellen Entgelttabellen zum TV-L und zum TVöD. Über die externen Links finden Sie die aktuellen Besoldungstabellen für Beamt*innen und Bund und Ländern. Die Abteilung Öffentlicher Dienst beim DGB Bundesvorstand veröffentlicht regelmäßig Besoldungsreporte, in denen die Besoldung zwischen den Bundesländern sowie im Zeitauflauf vergleichen wird.

Mithilfe der Entgeltrechner für den TV-L, den TVöD Bund und den TVöD Kommunen sowie der jeweiligen Besoldungsrechner auf der Seite „Öffentlicher Dienst.info“ kann das eigene Netto-Einkommen berechnet werden.

Endstufe für Lehrkräfte

Stand: Juli 2022

Anmerkung: Nettowerte für Steuerklasse I ohne Kinder, ohne Kirchensteuer. Bei Beamt*innen angenommer Beitrag zur PKV 250 Euro.

Bei Lehrkräften ist der Beamtenstatus die Regel, die Beschäftigung als Angestellte eher die Ausnahme, z.B. bei befristeter Einstellung oder wenn „Verbeamtungshindernisse“ vorliegen (fehlende Ausbildung oder gesundheitliche Eignung, Bewerber zu alt, keine Planstelle usw.) Die Bruttowerte für angestellte Lehrkräfte, die in der letzten Tabellenzeile vermerkt sind, sind bundesweit einheitlich. Lediglich in Hessen gelten leicht abweichende Werte (TV-H). Bei Angestellten ist die Bezahlung nach "Entgeltgruppen" (je nach Tätigkeit) und innerhalb dieser nach "Stufen" (nach Berufserfahrung) gegliedert. Üblicherweise beginnt man in Stufe 1. Lediglich in Berlin, das bis 2021 über 20 Jahre lang keine Neuverbeamtungen vorgenommen hatte, beginnen voll ausgebildete Lehrkräfte zum Ausgleich außertariflich in Stufe 5.

Bei Fragen zur Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern helfen die GEW Landesverbände weiter.