GEW - Die Bildungsgewerkschaft
Du bist hier:

GEW-Forderungen für Kitas und Schulen

Das muss sich in Bildungeinrichtungen ändern

Kitas und Schulen sind bis zum 10. Januar wieder geschlossen. Doch dass sich die pandemie-Lage danach entspannst bleibt unsicher. Die GEW mahnt an, dass die Bundesländer, Kitaträger und Kultusministerien sofort gemeinsam mit Schulleitungen, Lehrkräften und Bildungsgewerkschaften Szenarien für die Zeit nach den Weihnachtsferien vorbereiten. Die Forderungen der GEW für Kitas und Schulen im Überblick.

 

Forderungen für Kitas

Für die Kitas verlangt die GEW, die individuellen Gefährdungsbeurteilungen nach Arbeitsschutzgesetz umzusetzen. Jede Kita braucht passgenaue und wirksame Hygienepläne. „Die Regelungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) für Kitas zum Infektionsschutz sind zu beachten und umzusetzen. Weiter müssten alle Kitaträger Betriebsmediziner einsetzen, diese sollten die Risikogruppen bei den Beschäftigten beraten und im Einzelfall von der Arbeit in der Kita freistellen“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe. Sie regte zudem an, freiwillige, kostenfreie Coronatests sowie eine Grippeschutzimpfung für die Beschäftigten anzubieten.

  • Freiwillige, kostenfreie Coronatests sowie eine Grippeschutzimpfung für die Beschäftigten
  • Passgenaue und wirksame Hygienepläne für jede Kita
  • Umsetzung der Empfehlungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) an Kitas
  • Risikogruppen von Betriebsmedizinern beraten lassen und im Einzelfall von der Arbeit an der Kita freistellen

Forderungen für Schulen

Die GEW fordert, an Schulen endlich die Empfehlungen des RKI umzusetzen: „Die GEW schlägt vor, dem RKI zu folgen und in der Schule in kleineren Gruppen zu unterrichten. Ab dem 5. Schuljahr sollte Wechselunterricht zwischen Präsenz- und Fernlernphasen ab einem Inzidenzwert von 50 angeboten werden. So können die Gruppen verkleinert und Abstände eingehalten werden“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe bereits im Oktober.

  • Dem RKI folgen und in den Schulen in kleineren Gruppen unterrichten.
  • Ab dem 5. Schuljahr: Wechselunterricht zwischen Präsenz- und Fernlernphasen (Inzidenz > 50)
  • Räume, in denen Lüften schlecht möglich ist, umgehend mit wirksamen Luftfiltern ausstatten.
  • Grundschulen: Klassen in größeren Räumen unterrichten
  • Lehramtsstudierende einsetzen, um Kleingruppen sowie Kinder und Jugendliche mit Lernproblemen zu unterstützen.
  • Das Personal endlich aufstocken!

Zusammenfassung der Empfehlungen des RKI

Grundschulen

Inzidenz <35 >35 >50
Mundschutz in der Klasse nein nein/optional ja
Klassen teilen nein nein/optional ja
Kurzzeitige, lokale Schulschließung mit Distanzunterricht prüfen nein nein/optional ja

Weiterführende Schulen

Inzidenz <35 >35 >50
Mundschutz in der Klasse nein/optional ja ja
Klassen teilen nein nein/optional ja
Kurzzeitige, lokale Schulschließung mit Distanzunterricht prüfen nein nein/optional ja

Quelle: Präventionsmaßnahmen in Schulen während der COVID-19-Pandemie, 12.10.2020 (RKI)

5-Punkte-Programm zur Umsetzung an Schulen

Die Richtschnur für die Maßnahmen in der Schule sollen nach Ansicht der GEW die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts sein. Dafür schlägt die GEW ein Fünf-Punkte-Programm vor:

  5-Punkte-Programm zum Gesundheitsschutz an Schulen
1. Ab der 5. Klasse muss das gesellschaftliche Abstandsgebot von 1,5 Metern gelten. Dafür müssen Klassen geteilt und zusätzliche Räume beispielsweise in Jugendherbergen gemietet werden.
2. Um die Schulräume regelmäßig zu lüften, gilt das Lüftungskonzept des Umweltbundesamtes. Können die Vorgaben nicht umgesetzt werden, müssen sofort entsprechende Filteranlagen eingebaut werden.
3. Die Anschaffung digitaler Endgeräte für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler muss endlich beschleunigt werden. Flächendeckend müssen eine datenschutzkonforme digitale Infrastruktur geschaffen und IT-Systemadministratoren eingestellt werden. Zudem müssen die Länder Sofortmaßnahmen zur digitalen Fortbildung der Lehrkräfte anbieten.
4. Für die Arbeitsplätze in den Schulen müssen Gefährdungsanalysen erstellt werden, um Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler besser zu schützen.
5. Transparenz schaffen: Kultusministerien und Kultusministerkonferenz müssen zügig ihre Planungen umsetzen, wöchentlich Statistiken auf Bundes-, Landes- und Schulebene über die Zahl der infizierten sowie der in Quarantäne geschickten Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler zu veröffentlichen. „Wir brauchen eine realistische Datenbasis, um vor Ort über konkrete Maßnahme zu entscheiden“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe.