GEW - Die Bildungsgewerkschaft

Tipps und Hinweise

Ein mehrjähriger Aufenthalt in einem fremden Land ist ein tiefer Einschnitt im Leben. Was ist zu beachten, um die Zeit im Ausland gut vorzubereiten und sich vor unangenehmen Überraschungen zu schützen?

Die GEW führt regelmäßig Fachtagungen zum Auslandsschuldienst durch

Im Gastland muss man bereit sein, den Menschen offen zu begegnen und sich auf eine neue Kultur einzulassen. Dazu sollte in der Regel die Sprache des Gastlandes erlernt werden. Sie sollten sich keinen Aufenthalt in einem Land „zumuten“, gegen das Sie starke Vorbehalte haben.

Leben und Wirken in einer fremden Kultur verlangt seinen Preis. Erwarten Sie nicht, im Ausland viel Geld zu verdienen. Im Gegenteil: Sie müssen mit unvorhergesehenen Kosten rechnen und wenn Sie Ihren bisherigen Lebensstandard halten wollen, werden Sie mit Ihren Einkünften gut haushalten müssen. Auch die Karrieremöglichkeiten im Ausland sind eher begrenzt.

Sie werden bei ihrer Arbeit als Lehrer im Ausland in der Regel Angestellte/r eines Schul- oder Elternvereins, einer privaten Stiftung oder einer Kirchengemeinde sein - mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen: Vorgesetzter ist nicht nur der Schulleiter, sondern häufig auch - im Rahmen seiner Kompetenzen - ein Verwaltungsleiter.

Den Weisungen des Schulträgers können Sie sich kaum entziehen, denn mit ihm schließen Sie Ihren Arbeitsvertrag und er entscheidet gemeinsam mit dem Schulleiter über mögliche Vertragsverlängerungen. Eltern, die in der Regel nicht wenig Schulgeld bezahlen, treten - ebenso wie ihre gewählten Vertreter - häufig mit großem Selbstbewusstsein auf und sind oft auch Mitglieder in Schulvorständen Außerdem müssen Sie Weisungen und Bestimmungen der Botschaft, der ZfA und KMK beachten.

Grundsätzlich ist bei einer Tätigkeit als Lehrer im Ausland von einer weit über das normale Maß hinausgehenden physischen und psychischen Belastung auszugehen. An vielen Schulen erwartet man Ihre Mitarbeit vor Ort auch bei kulturellen Aktivitäten und in der außerschulischen Zusammenarbeit wie etwa in der Erwachsenenbildung (Sprachkurse für Ausländer, Mitarbeit im Goethe-Institut) oder in anderen schulischen Bereichen (z.B. Sport, Chorleitung).

Wenn Sie eine Stelle als Lehrer im Ausland suchen, können sie sich über die Zentralstelle für Auslandsschulwesen (ZfA) als Auslandsdienstlehrkraft, Fachberater oder Programmlehrkraft bewerben. Sie haben auch die Möglichkeit, sich direkt bei einer Auslandsschule als Ortslehrkraft zu bewerben. Das hat den Vorteil, dass Sie selbst entscheiden können, in welchem Land sie arbeiten möchten, während die Bewerbung über die ZfA kaum Einfluss auf die Wahl des Gastlandes zulässt.

Allerdings stehen Ortslehrkräfte in der Regel finanziell schlechter da, als Lehrkräfte, die über die ZfA vermittelt wurden. Lassen Sie sich aber auf jeden Fall von den Experten der GEW beraten, bevor Sie einen Vertrag als Ortslehrkraft unterschreiben! Wenn Sie hierzu aus dem Schuldienst beurlaubt werden müssen, sollte unbedingt für die Zeit der Beurlaubung das Prädikat „im dienstlichen Interesse“ schriftlich zugesichert werden.

Wenn Sie eine Stelle als Auslandsdienstlehrkraft anstreben, schließen Sie unter Vermittlung der ZfA mit einem privaten Schulträger im Ausland einen Vertrag ab und erhalten auf dieser Grundlage von der ZfA einen „Zuwendungsbescheid“, der die Basis für ihre Bezüge aus Deutschland bildet. Fachberater werden nicht im Ausland angestellt, sondern schließen mit der ZfA einen befristeten Dienstvertrag ab.
Bei den Programmlehrkräften wird zwischen Bundesprogrammlehrkräften und Landesprogrammlehrkräften unterschieden. Bundesprogrammlehrkräfte werden von der ZfA vermittelt. Landesprogrammlehrkräfte werden von den Ländern unter Mithilfe der ZfA entsandt. In beiden Fällen wird ein Arbeitsvertrag mit dem Schulträger im Ausland abgeschlossen. Beachten Sie, dass die Bezahlung der Programmlehrkräfte schlechter ist als die der Auslandsdienstlehrkräfte.

Bei Ehepaaren oder anderen rechtlich anerkannten Lebensgemeinschaften kann häufig nur einer von beiden als Lehrkraft vermittelt werden. Häufig ist der Schulträger jedoch bereit, den nicht vermittelten Partner als Ortskraft einzustellen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Beschäftigung als Ortskraft dann vom Dienstherrn auf die Dienstzeit angerechnet werden.

Regeln Sie Ihre Versicherungen bevor Sie ins Ausland gehen! Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, ob sie Ihre Krankenkosten weiterhin übernimmt oder ob eine besondere Auslandsregelung nötig wird. Beihilfen werden nur für Auslandsdienstlehrkräfte gewährt. Vergessen Sie nicht, sich bei Ihrem GEW-Landesverband umzumelden. Während Ihrer Auslandstätigkeit werden sie durch den GEW-Hauptvorstand in Frankfurt betreut.

Ein besonderes Problem stellt in manchen Ländern die Einfuhr eines Pkw dar. Informieren Sie sich bei der ZfA oder bei der Auslandsschule, unter welchen Bedingungen Sie ein Fahrzeug mitnehmen können.
Halten Sie im Ausland Kontakt zu Ihrer ehemaligen Schule in Deutschland, dem zuständigen Personalrat, zu Ihrem Schulrat und/oder Ihrem Dezernenten. Teilen Sie diesen Stellen frühzeitig Ihre Rückkehr und Ihre Einsatzwünsche mit. Ein persönliches Gespräch während Ihres Heimaturlaubs kann Ihre berufliche Wiedereingliederung nur erleichtern.