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Neue BroschüreZum Umgang mit verletzendem Verhalten in der Kita

Der Personalmangel in Kitas führt im Alltag oft zu Stresssituationen. Erzieherinnen und Erzieher schaffen es dann nicht immer, ihren pädagogischen Ansprüchen gerecht zu werden. Eine neue Broschüre widmet sich daher dem Thema verletzendes Verhalten.

28.09.2021

Die neue Broschüre „Schaut nicht weg! – Zum Umgang mit verletzendem Verhalten in der Kita“ will dazu ermutigen, das alltägliche Handeln in der pädagogischen Praxis zu reflektieren. Gleichzeitig will die Publikation einen Beitrag dazu leisten, eine Teamkultur zu entwickeln, die es ermöglicht, als verletzend erlebte oder wahrgenommene Situationen besprechen und gemeinsame Lösungen erarbeiten zu können.

Hintergrund: Pädagogische Fachkräfte sind im Kita-Alltag hohen Belastungen ausgesetzt. Häufig arbeiten sie am Rande ihrer persönlichen Leistungsgrenzen und können dem eigenen Anspruch, angemessenen mit Kindern umzugehen, in Stresssituationen nicht gerecht werden. Und manchmal führt dies auch zu einem verletzenden Verhalten gegenüber Kindern.

„Was können wir lernen und was müssen wir fordern?“

Die 36 Seiten umfassende Broschüre erklärt zunächst, was verletzendes Verhalten überhaupt ist und illustriert dann fünf Beispielsituationen aus dem Kita-Alltag. Abschließend werden unter der Überschrift „Was können wir lernen und was müssen wir fordern?“ Herausforderungen für Wissenschaft, Ausbildung und Politik diskutiert.

Drei zentrale Empfehlungen lauten dabei:

  • Ethische Leitlinien diskutieren
  • Forschung stärken und Ausbildung verbessern
  • Fachpolitische Initiativen ausweiten 

Die GEW fordert seit Jahren eine bessere Fachkraft-Kind-Relation. So könnten auch Stresssituationen durch personale Engpässe gemindert werden. Außerdem seien ausreichend Zeit für die Vor- und Nachbereitung von Team- und Bildungsprozessen, Entwicklungsgesprächen und Elternzusammenarbeit notwendig. „Kita-Leiterinnen und -Leiter nehmen in Team- und Qualitätsprozessen eine Schlüsselrolle ein und müssen entsprechende Ressourcen bereitgestellt bekommen sowie Kompetenzen durch Aus- und Weiterbildungen erwerben können“, fordert GEW-Vorstandsmitglied Dorren Siebernik im Vorwort der Publikation.