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Wissenschaft unterstützt Forderung nach angemessener Entlohnung

19.08.2015

Den enormen Ansprüchen der Sozial- und Erziehungsberufe muss mit einer deutlichen Aufwertung begegnet werden, wobei die Kommunen nicht alleine gelassen werden dürfen. Das fordern Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jetzt mit einem nachdrücklichen Appell an Politik und Gesellschaft. Sie setzen damit bundesweit ein Zeichen der Solidarität mit den SuE-Beschäftigten. MitzeichnerInnen ausdrücklich erwünscht!

Bildungs-, Sozial- und Erziehungsberufe gesellschaftlich aufwerten

Weit mehr als 1,4 Millionen Menschen sind in Deutschland inzwischen in Arbeitsfeldern des Sozialen, der Bildung und Erziehung beruflich tätig. In der Kinder- und Jugendhilfe betreuen und fördern gut 700.000 dieser Fachkräfte Kinder, Jugendliche und deren Familien, um ihnen zu helfen, ihren Ort für ein angemessenes Leben zu finden. Mehr als 400.000 PädagogInnen sind im Feld der Pädagogik der frühen Kindheit sozial und erzieherisch tätig.

Gesellschaftliche Aufgaben werden zunehmend an die überwiegend weiblichen Beschäftigten in den Sozial-, Bildungs- und Erziehungssystemen übertragen. Zugleich werden sie mit gewachsenen Ansprüchen an ihre Fähigkeiten und die Qualität ihrer Tätigkeiten konfrontiert. Die politische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit, die die Aufgaben von PädagogInnen, SozialarbeiterInnen und ErzieherInnen derzeit erfahren, steht aber im deutlichen Kontrast zu der finanziellen Entlohnung und gesellschaftlichen Würdigung ihres beruflichen Engagements.

Als WissenschaftlerInnen, die sich in Forschung und Lehre mit Fragen der Bildung, Erziehung, Hilfe und Betreuung beschäftigen, unterstützen wir das Anliegen der Beschäftigten nachdrücklich, ihre berufliche Tätigkeit jetzt aufgewertet zu sehen. Kindern das Erleben von Bildungserfahrungen zu ermöglichen, Jugendliche bei der Bewältigung von Krisen und Problemen zu unterstützen und Eltern bei der Gestaltung ihres Alltags mit Kindern zu begleiten – diese Tätigkeiten stellen enorme Anforderungen an die MitarbeiterInnen im Erziehungs-, Bildungs- und Sozialsektor. Nachhaltig sichern sie die Lebensqualität und die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft mit und zu Recht erwarten sie eine finanzielle Entlohnung, die der von ihnen erbrachten Leistung entspricht.

Den finanziellen Aufwand, den eine solche notwendige Aufwertung der Sozial-, Bildungs- und Erziehungsberufe erfordert, können die kommunalen Arbeitgeber nicht alleine schultern. Die Verantwortlichen in den Bundesländern und insbesondere auf der Bundesebene sind daher aufgefordert, einen substanziellen finanziellen Beitrag zu leisten, um diese überfällige Anerkennung und Aufwertung der Sozial-, Bildungs- und Erziehungsberufe auch Realität werden zu lassen. Es liegt mit in ihrer Verantwortung, dass die Beschäftigten in den beruflichen Feldern des Sozialen und der frühen Bildung adäquat finanziell entlohnt werden.

Die Entlohnung der Beschäftigten muss endlich ihrer gesellschaftlichen Bedeutung, Wirkung und Produktivität entsprechen. Empirische Studien belegen, dass über eine gerechte Entlohnung die Beschäftigten in den Sozial-, Erziehungs- und Bildungsberufen endlich das erfahren könnten, was die Gesellschaft ihnen schuldet: Anerkennung.



UnterzeichnerInnen:
Prof.in Dr. Meike Baader (Hildesheim)
Prof. Dr. Peter Cloos (Hildesheim)
Prof.in Dr. Isabell Diehm (Frankfurt a. M.)
Prof. Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff (Freiburg)
Prof.in Dr. Friederike Heinzel (Kassel)
Sarah Henn (Duis-burg-Essen)
Prof.in Renate Elli Horak (Ludwigsburg)
Prof.in Dr. Maria-Eleonora Karsten (Lüneburg)
Prof. Dr. Fabian Kessl (Duisburg-Essen)
Prof.in Dr. Sigrid Leitner (Köln)
Barbara Lochner (Kassel)
Prof.in Dr. Hiltrud Loeken (Freiburg)
Prof. Dr. Michael May (Wiesbaden)
Dr. Björn Milbradt (Kassel)
Prof. Dr. Norbert Neuss (Gießen)
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Uwe Otto (Bielefeld)
Prof.in Dr. Ursula Rabe-Kleberg (Halle-Wittenberg)
Prof. Dr. Günter Rausch (Freiburg)
Prof.in Dr. Martina Richter (Duisburg-Essen)
Prof.in Dr. Michaela Rißmann (Erfurt)
Prof. Dr. Albert Scherr (Freiburg)
Holger Schoneville (Dortmund)
Prof.in Dr. Beate Steinhilber (Freiburg)
Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker (Hamburg)
Prof. Dr. Heinz Sünker (Wuppertal)
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Thiersch (Tübingen)
Friederike Thole (Soest)
Prof. Dr. Werner Thole (Kassel)
Prof.in Dr. Leonie Wagner (Holzminden)
Prof.in Dr. Dörte Weltzien (Freiburg)
Prof.in Dr. Katja Wohlgemuth (Soest)
Dr. Michael Wünsche (Freiburg)
Prof.in Dr. Cornelia Wustmann (Graz)
Prof. Dr. Ivo Züchner (Marburg)

 

Kontakt und weitere Unterstützung an:
Prof. Dr. Werner Thole, Universität Kassel, Fachbereich Humanwissenschaften, Abteilung für Sozialpädagogik & Soziologie der Lebensalter & -lagen, Arnold-Bode Straße 10, 34127 Kassel, wthole(at)uni-kassel(dot)de

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