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Warnstreiks im Süden und OstenWieder Tausende im Streik

Im Süden Sachsen-Anhalts sind viele Klassenzimmer leer geblieben, Internate und Heimsonderschulen in Südbaden mussten in den Notbetrieb schalten. Beschäftigte des Universitätsklinikums Erlangen-Nürnberg streikten wegen Missständen in der Pflege.

22.02.2019

Warnstreiks in drei Bundesländern haben jüngst den Betrieb auch an vielen Schulen und Hochschulen lahmgelegt. In Halle in Sachsen-Anhalt erwarteten die Gewerkschaften etwa 1.000 Demonstranten, darunter angestellte Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Hochschulbeschäftigte.

„Es gilt ein deutliches Zeichen zu setzen und den Arbeitgebern klar zu machen, dass auch die Beschäftigten im Länderbereich mehr wert sind.“ (Eva Gerth)

In den Regionen Mansfeld-Südharz und Burgenlandkreis im Saalekreis blieben viele Klassenzimmer leer. Warnstreiks gab es auch in Dessau. Die GEW-Landesvorsitzende Eva Gerth betonte: „Es gilt ein deutliches Zeichen zu setzen und den Arbeitgebern klar zu machen, dass auch die Beschäftigten im Länderbereich mehr wert sind.“

„Die Krankheitsrate steigt, die Unzufriedenheit wächst und einige verlassen deshalb das Arbeitsfeld Schule.“ (Birgit Rettmer)

In Hamburg waren am Freitag gut 1.500 Beschäftigte Erzieherinnen, Therapeuten, Sozialpädagoginnen und sozialpädagogischen Assistenten an Hamburger Schulen in den Warnstreik gegangen. „Die Krankheitsrate steigt, die Unzufriedenheit wächst und einige verlassen deshalb das Arbeitsfeld Schule. Wenigstens das Geld im Portemonnaie muss da stimmen. Heute gehen sie gemeinsam mit ihren Kolleg*innen aus den Jugendämtern und weiteren sozialen Bereichen der Stadt auf die Straße, um gemeinsam mit ihnen deutlich zu machen, dass die sozialen Berufe endlich mehr Geld verdient haben“, sagte Birgit Rettmer, Tarifexpertin der GEW Hamburg, während der Kundgebung auf dem Gänsemarkt in Hamburg.

An der Universität Erlangen-Nürnberg und dem Universitätsklinikum legten rund 1.000 Beschäftigte die Arbeit nieder – darunter viele Auszubildende des Klinikums. Studentische Hilfskräfte, auch von der benachbarten Uni Bamberg, forderten tarifliche Arbeitsbedingungen: Sie sind bisher aus dem TV-L ausgenommen und erhalten nur wenig mehr als den gesetzlichen Mindestlohn. Die Pflegekräfte der Uniklinik verdienen deutlich weniger verdienen als ihre Kolleginnen und Kollegen an den benachbarten Stadt- und Kreiskrankenhäusern, für welche die Gewerkschaften im TVöD schon eine bessere Tabelle erreichten.

„Der Handlungsbedarf im Landesdienst ist enorm. Das sehen wir an den Schulen, an denen die angestellten Lehrerinnen und Lehrer endlich bessere Gehälter verdient haben.“ (Klaus Willmann)

In Südbaden beteiligten sich mehr als 900 Beschäftigte aus allen Landeseinrichtungen. An den Schulen streikten etwa 100 angestellte Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte. An den Heimsonderschulen mit Internaten in Emmendingen-Wasser, Waldkirch und Stegen legten rund 120 Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeit nieder. Die Einrichtungen liefen im Notbetrieb.

An der Kundgebung in Freiburg nahmen 600 Personen teil. „Der Handlungsbedarf im Landesdienst ist enorm. Das sehen wir an den Schulen, an denen die angestellten Lehrerinnen und Lehrer endlich bessere Gehälter verdient haben, und die hohe Zahl Befristungen verringert werden muss. Das sehen wir aber auch an der Situation der Erzieherinnen und Erzieher in den Heimsonderschulen, die weit weniger verdienen als ihre Kolleginnen und Kollegen bei den Kommunen“, sagte Klaus Willmann, Bezirksgeschäftsführer der GEW Südbaden.

In der kommenden Woche werden die Warnstreiks noch einmal ausgedehnt. Gestreikt wird in Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, im Saarland und in Thüringen. Die Beschäftigten werden dort zeigen, dass sie ihre Forderungen ernst meinen!

Nach zwei bisher ergebnislosen Verhandlungstreffen, bei denen die Arbeitgeber kein Angebot vorlegten, geht es am Donnerstag (28. Februar) in die dritte Runde. Die GEW fordert gemeinsam mit den anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes 6 Prozent, mindestens aber 200 Euro mehr monatlich. Zudem geht es um die Angleichung der Einkommen der im Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) der Länder Beschäftigten an den Verdienst der SuE-Kolleginnen und Kollegen bei den Kommunen, eine bessere tarifliche Eingruppierung angestellter Lehrkräfte durch die Einführung der sogenannten Paralleltabelle, die stufengleiche Höhergruppierung und weniger Befristungen an den Hochschulen.

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