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Wenn Pflege zum Alltag wird

10.01.2018

2,9 Millionen Menschen in Deutschland sind 2015 laut Pflegestatistik pflegebedürftig gewesen. 2,08 Millionen von ihnen, das sind 73 Prozent, werden zu Hause versorgt. Selbst pflegen, aber wie? Die Januarausgabe der „E&W“ gibt Tipps.

Pflege über viele Jahre kann das eigene Leben prägen. „Das belastet auf Dauer oft mehr als die Angehörigen erwarten“, sagt Sabine Jansen, Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, im „E&W“-Interview. Oft erwische es Familien unerwartet, sie müssten sich mit der neuen Situation zurechtfinden und schnell entscheiden. Viele Pflegende seien zudem selbst hochbetagt. „Wenn sie sich um ihren pflegebedürftigen Partner kümmern, müssen sie sich ehrlich damit auseinandersetzen: Kann ich das überhaupt? Pflegen ist meist auch schwere körperliche Arbeit.“

Die meisten Menschen wollten natürlich zu Hause leben – andererseits aber auch nichts zur Last fallen. Möglich sei auch ein Mix aus häuslicher und professioneller Betreuung: etwa die Alltagspflege an eine Tageseinrichtung auslagern und den Rest zu Hause übernehmen. Der Pflegende kann dann seinem Alltag zu Hause nachgehen, abends und am Wochenende ist man zusammen. Ab Pflegegrad zwei kann man diese Leistung in Anspruch nehmen. „Das A und O ist gründliche Information“, sagt Jansen.

  • Wie beantrage ich den Pflegegrad? Wo bekomme ich Zuschüsse? Wo finde ich ambulante Pflegedienste? Wie finde ich die richtige Einrichtung? Diese Links helfen weiter.

Pflegekompass: In der Datenbank der „Deutsche Rentenversicherung Knappschaft Bahn See“ kann man nach stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen im ganzen Land stöbern. Wer Postleitzahl und Art der Pflege eingibt, bekommt eine Übersicht über alle passenden Angebote im Umkreis, inklusive der monatlichen Kosten, die jeder und jede unabhängig vom Pflegegrad selbst zu tragen hat. Soweit vorhanden spuckt die Datenbank gleich einen Qualitätsreport (Transparenzbericht genannt) mit aus. Auch möglich ist die Suche nach dem Namen der Einrichtung. Inklusive Online-Pflegeberatung und gut sortierten Informationen rund um Pflegeversicherung, Antragstellung, häusliche Pflege und finanzielle Leistungen für pflegende Angehörige.

Verbraucherzentralen: Die bundesweite Website der Verbraucherzentralen informiert umfangreich über Pflegeversicherung, Eingruppierung in Pflegegrade und Ansprüche an die Pflegekasse. Hier gibt es auch Tipps, wie sich Angehörige und Gepflegte auf die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) vorbereiten können. Bundesweite Pflegehotline: 0180-7705001

Unfallkasse Nordrhein-Westfalen (UK NRW): Die Website beim-pflegen-gesund-bleiben.de der UK NRW nimmt besonders die Bedürfnisse pflegender Angehöriger in den Blick, vor allem gesundheitliche und seelische Belastungen. Mit Tipps zu Gesundheitsschutz, Selbstsorge und sportlichem Ausgleich, Anleitungen für die Planung des Pflegealltags, rechtlichen Grundlagen, Pflegehotlines und Notfallnummern.

BMFSFJ: Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erläutert auf seiner Website alle gesetzlichen Regelungen und Leistungen zur Pflege, gibt einen Überblick über Seniorenbüros, weiterführende Links, Broschüren und die Rechte von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen. Schnelle Hilfe bekommen Angehörige am Pflegetelefon: 030/201 791 31.

BAGSO: Infos rund um die Pflege zu Hause und im Heim, zu Versicherungen, Qualität von Pflegeangeboten, Beratung der Pflegekassen bietet die Bundesgemeinschaft der Senioren-Organisationen. Dazu: Literatur- und Linktipps nach Themen geordnet.

Pflege.de: Das Portal, das unter anderem von der Kreditanstalt für Wiederaufbau unterstützt wird, liefert eine Fülle übersichtlich aufbereiteter Informationen. Mit dabei: Pflegegradrechner, Anbietervergleiche, Infos zu stundenweiser Betreuung, Rechtsgrundlagen der Pflege, Tipps für ambulante Pflege, barrierefreies Wohnen und Ansprüche berufstätiger Angehöriger, die pflegen.

Pflege durch Angehörige: Der Blogger Otto Beier hat zweimal Angehörige gepflegt und ist über die Jahre zum Experten für Informationen rund um die Pflege geworden. Mit seiner Seite möchte er anderen das oft mühsame Einarbeiten in das Unterstützungssystem erleichtern. Die äußert umfangreiche Website entwirrt das komplizierte Geflecht von Leistungen, Anträgen und bundesweiten Anlaufstellen. Sie liefert einen guten Überblick von den Kosten häuslicher Pflege über Pflegegrade, Zuschüsse, Hilfsmittel für die häusliche Pflege, Krankheitsbilder, Selbsthilfegruppen bis zu Heimpflege. Nützlich: Musterbriefe für Antragsteller, Online-Pflegegeldrechner, Buchtipps.

Das komplette Themenpaket Pflege von Anja Dilk ist auf den „Dialog“-Seiten der Januarausgabe der „E&W“ nachzulesen.

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