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Weniger ist nicht immer mehr

Durchschnittlich 2,5 bis 3 Quadratmeter Innenraum steht einem Kita-Kind in Deutschland zur Verfügung. Zu wenig nach Meinung von Experten. Die GEW kritisiert zudem, bei Neubauten fehle es an bundeseinheitlichen Regeln für Architekten.

12.09.2016

16 Länder, mehr als 16 Vorschriften: Die Vorgaben für die Raumgrößen in Kitas sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Manche Länder wie Hessen haben gar keine landesrechtlichen Regelungen, sondern überlassen die Vorgaben den Kommunen. Im Schnitt stehen einem Kita-Kind zwischen 2,5 und 3 Quadratmeter Innenraum und 10 bis 12 Quadratmeter Außenfläche zur Verfügung. Eine für das Bundesfamilienministerium 2015 angefertigte Expertise empfiehlt eine Raumgröße von 6 Quadratmetern pro Kind für den Innenbereich und 15 Quadratmetern für die Außenfläche.

Im Berliner Bildungsprogramm für Kitas hat der Senat Richtlinien für die Arbeit in Kindertageseinrichtungen festgehalten. Dies soll dem pädagogischen Personal in den Einrichtungen helfen, Kinder möglichst gut zu fördern. „Der Raum ist nach den beiden pädagogischen Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern einer Kita-Gruppe der dritte Erzieher“, sagt die Direktorin des Berliner Kita-Instituts für Qualitätsentwicklung (BeKi), Christa Preissing.

Wichtig sei zudem, dass sich die Kinder an der Raumgestaltung beteiligen könnten. Dazu müssten die Räume so flexibel ausgestattet sein, dass sie nach den Wünschen der Kinder umgestaltet werden könnten. Das Schwierigste ist laut Preissing, in einer Einrichtung die Balance zwischen dem Bedürfnis nach Bewegung und dem nach Ruhe herzustellen.

Der GEW-Kita-Experte Norbert Hocke kritisiert, dass die Architektur den Gestaltungswünschen der ErzieherInnen immer wieder Grenzen setze. Bei Neubauten fehle es an bundeseinheitlichen Regeln für Architekten. Die Raumkapazitäten in den Ballungsräumen seien zudem sehr begrenzt, vielfach stünden in den Innenstädten nur kleine Räume zur Verfügung.

Die "E&W" hat sich in Berliner Kitas umgesehen. Der Bericht von Jürgen Amendt ist in der Septemberausgabe nachzulesen.

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