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Wenige Berufsbilder halten mit der Digitalisierung Schritt

Kollaborative Roboter, selbstlernende Computerprogramme und erste Anwendungen von 3D-Druck und Virtueller Realität sind in den vergangenen Jahren so weiterentwickelt worden, dass immer mehr Tätigkeiten als ersetzbar eingestuft werden müssen.

05.03.2018

Die Anteile an Kerntätigkeiten eines Berufs, die bereits durch den Einsatz moderner Technologien ersetzt werden können, haben sich in den vergangenen Jahren erhöht. „Dabei ist die stärkste Zunahme in den Helferberufen zu verzeichnen. Nach wie vor sind die Substituierbarkeitspotenziale in den Fertigungs- und Fertigungstechnischen Berufen am höchsten und in den Sozialen und Kulturellen Dienstleistungsberufen am niedrigsten“, analysiert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in dem Kurzbericht „Wenige Berufsbilder halten mit der Digitalisierung Schritt“. Das Ausmaß, in dem Helferberufe durch den Einsatz von computergesteuerten Maschinen oder Computer ersetzbar sind, stieg von 46 Prozent im Jahr 2013 auf 58 Prozent im Jahr 2016.

Hochgerechnet ergibt sich laut IAB, dass 2016 ein Viertel – also fast 8 Millionen – der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berufen arbeitete, in denen mindestens 70 Prozent der anfallenden Tätigkeiten von Computern oder computergesteuerten Maschinen erledigt werden könnten. Dabei steht das Substituierbarkeitspotenzial lediglich für das technisch Machbare, also für die theoretische Möglichkeit, dass Tätigkeiten von Computern oder computergesteuerten Maschinen erledigt werden könnten. Geschätzt wird, dass es bis 2025 in einer digitalisierten Arbeitswelt einerseits 1,5 Millionen Arbeitsplätze nicht mehr geben wird, gleichzeitig aber etwa genauso viele Arbeitsplätze neu entstehen. In allen Berufen sollte kontinuierlich geprüft werden, inwiefern die Tätigkeitsprofile noch den jeweils aktuellen technologischen Anforderungen gerecht würden, empfielt das IAB.

Aus Sicht der Bundesfachgruppe Erwachsenenbildung zeigen diese Analyse die Notwendigkeit einer weit über die bisherigen Ansätze hinausgehenden systematischen Weiterbildungsförderung auf, wie sie die GEW gemeinsam mit ver.di mit der Forderung nach einem Bundesweiterbildungsgesetz umzusetzen versucht.

Weitere Themen im Infoblatt Weiterbildung im März 2018:

  • Was erwartet die Weiterbildung? Koalitionsvertrag lässtviele Fragen offen
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