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Weltklasse! all inclusive

Hätten Sie gewusst, dass weltweit eine Milliarde Menschen behindert sind? Inklusion ist nicht nur in Deutschland ein wichtiges Thema. Bei den Aktionswochen der Globalen Bildungskampagne im Mai und Juni 2014 geht es um das Recht auf Bildung von behinderten Menschen in Entwicklungsländern.

14.01.2014 - Manfred Brinkmann

Foto: CBM/argum/Einberger

Jeder siebte Bewohner unserer Erde ist behindert. Die große Mehrheit dieser Menschen lebt in Entwicklungsländern unter oft ärmlichen Bedingungen. Behinderte und ihre Familien gehören nach Informationen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF zu den am stärksten benachteiligten und gefährdeten Menschen.

UN-Konvention hat Rechte Behinderter weltweit gestärkt
Behinderungen haben unterschiedliche Ursachen: Sie können durch Krankheiten oder Unfälle hervorgerufen werden oder genetisch bedingt sein. In Entwicklungsländern sind Behinderungen oft Folge von Mangel- und Fehlernährung in der Kindheit. Tausende Menschen erblinden, weil sie in frühen Jahren nicht ausreichend mit Vitamin A versorgt werden. Auch kriegerische Auseinandersetzungen wie in Syrien oder Afghanistan machen Menschen zu Behinderten. Nach Angaben von UNICEF werden weltweit jährlich über tausend Kinder Opfer von Landminen. Viele kommen dabei zu Tode oder werden schwer verletzt und sind dann für ihr weiteres Leben behindert. Menschen mit Behinderungen benötigen kein Mitleid. Sie haben Anspruch auf Hilfe und Unterstützung. Die 2006 von den Vereinten Nationen verabschiedete Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen fordert Chancengleichheit und die volle Teilhabe von Behinderten am gesellschaftlichen Leben. Nicht nur in Deutschland, das die UN-Konvention seit 2008 in nationales Recht übernommen hat, steht das Thema Inklusion von Menschen mit Behinderungen seitdem auf der Tagesordnung. Weltweit, auch in Entwicklungsländern, wird über Inklusion diskutiert und welche Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung von Menschen mit Behinderungen notwendig sind.

Recht auf Bildung für Behinderte in Entwicklungsländern
Hier wie dort steht die Bildung im Mittelpunkt. Mit der UN-Konvention haben die Staaten sich verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen zu schaffen und Menschen mit Behinderungen lebenslanges Lernen zu ermöglichen. Doch nicht nur in Deutschland ist die Wirklichkeit noch weit davon entfernt. Nach Informationen der Bildungsorganisation der Vereinten Nationen UNESCO besucht derzeit nur eins von zehn behinderten Kindern in Ländern des Südens regelmäßig eine Schule. Vielen armen Ländern fehlen schlicht die Mittel, um qualifizierte Lehrkräfte und eine behindertengerechte Ausstattung der Schulen zu finanzieren. „Deutschland muss hier helfen und Länder unterstützen, die es ernst meinen mit der Umsetzung der UN-Konvention zu den Rechten Behinderter“, fordert die GEW Vorsitzende Marlis Tepe. „Inklusive Bildung sollte fester Bestandteil offizieller deutscher Entwicklungszusammenarbeit werden.“ Gemeinsam mit anderen Entwicklungs- und Kinderrechtsorganisationen tritt die GEW in der Globalen Bildungskampagne dafür ein, dass die Bundesregierung mehr Geld in Entwicklungszusammenarbeit investiert, um das Menschenrecht auf Bildung für alle zu verwirklichen.

Globale Bildungskampagne ruft zu Aktionswochen auf
Damit die Forderung nach Bildung für alle Beachtung und Gehör bei den Regierenden findet, ruft die Globale Bildungskampagne Schulen und andere Bildungseinrichtungen regelmäßig seit zehn Jahren zur Teilnahme an weltweiten Aktionswochen auf. In diesem Jahr stehen die Aktionswochen unter dem Motto ‚Weltklasse! all inclusive‘ und finden vom 4. Mai bis 29. Juni 2014 statt. Die Globale Bildungskampagne stellt dafür kostenlos Poster, Flyer und Schulmaterialien bereit. Darin finden sich Geschichten, Länderbeispiele und Übungen, um das Thema im Unterricht zu bearbeiten. Schülerinnen und Schüler können selbst aktiv werden, indem sie kreative Botschaften an Politiker entwerfen und diese auffordern, sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen einzusetzen. Wer seine Aktion dokumentiert und dann bis zum 15. Juli 2014 bei der Globalen Bildungskampagne einsendet, nimmt an einem Wettbewerb teil. Eine inklusive Jury wird die Beiträge auswählen. Als Hauptgewinn winkt ein erlebnisreicher Klassenausflug.

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