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Vorstandstreffen von AGAL und VDLiA

Der Verband Deutscher Lehrer im Ausland (VDLiA) tritt wie die GEW für die Interessen von Lehrkräften an Auslandsschulen ein. Erstmals fand nun ein Treffen der Vorstände des VDLiA und der GEW-Arbeitsgruppe Auslandslehrerinnen und –lehrer (AGAL) statt.

04.11.2015 - Wolfgang Reinert

Der VDLiA wurde 1955 als Interessenvertretung deutscher Lehrkräfte an Auslandsschulen und Mittler zwischen deutschem und fremdem Kulturgut gegründet und veröffentlicht die Zeitschrift „Der deutsche Lehrer im Ausland“. Er informiert über Entwicklungen im Auslandsschulwesen und betreibt Lobbyarbeit gegenüber den wichtigen Akteuren und Entscheidungsträgern im Auslandsschulwesen wie dem Auswärtigen Amt (AA), der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), der Kultusministerkonferenz (KMK) und dem Weltverband Deutscher Auslandsschulen (WDA).

VDLiA und GEW haben in der Vergangenheit schon häufiger zusammengearbeitet. Am 9. Oktober 2015 fand allerdings eine historische Premiere statt: zum ersten Mal trafen sich die Vorstände von AGAL und VDLiA zu einem Meinungsaustausch. Das Treffen fand in freundschaftlicher Atmosphäre in der Geschäftsstelle des GEW-Hauptvorstands in Frankfurt-Rödelheim statt. Zweieinhalb Stunden wurden Fragen der Entwicklung des Auslandsschulwesens erörtert – mit dem Ergebnis, dass sich die beiden Vorstände auf einen gemeinsamen Katalog von Vorschlägen und Forderungen einigten, die sie den anderen Akteuren im Auslandsschulwesen präsentieren wollen.

Im Einzelnen geht es um folgende Vorschläge und Forderungen:

  1. Anwendung der Regelungen des Bundesbesoldungsgesetzes
    Die Differenzierung zwischen vermittelten Lehrkräften und Bundesbeamten im Auslandseinsatz ist in keiner Weise zu rechtfertigen. Bei der Vergütung der Auslandslehrkräfte sind die entsprechenden Regelungen des Bundesbesoldungsgesetzes anzuwenden. Dies wird zu einer deutlichen Erhöhung der Besoldung der Auslandslehrkräfte führen.

  2. Schaffung eines Auslandslehrkräftegesetzes
    Einseitig festgesetzte Richtlinien genügen demokratischen Mindeststandards nicht. Statusfragen und finanzielle Regelungen für die deutschen Lehrkräfte im Ausland sind gesetzlich zu regeln.

  3. Umwandlung des Vermittlungsverfahrens
    Das Vermittlungsverfahren ist in ein Entsendungsverfahren durch einen innerdeutschen Arbeitgeber – z. B. durch ein zu schaffendes „Auswärtiges Schulamt“ umzuwandeln.

  4. Kindergeld und Beförderung
    Es sind weitere Anpassungen vorzunehmen wie die Einbeziehung der Auslandslehrer in die Regelungen des Bundeskindergeldgesetzes. Es kann nicht dabei bleiben, dass viele Lehrkräfte während ihres Dienstes im Ausland kein Kindergeld erhalten. Darüber hinaus muss erreicht werden, dass nicht nur einzelne Bundesländer Beförderungen im Ausland ermöglichen, sondern alle.

  5. Versorgungszuschlag für Ortslehrkräfte
    Die Tätigkeiten von Ortslehrkräften, die aus dem deutschen Schuldienst hierfür beurlaubt wurden, sind als im dienstlichen Interesse anzuerkennen; der Versorgungszuschlag für diese OLK ist von Bund und Ländern zu übernehmen

  6. Konfliktmanagement
    Ein effektives Verfahren zum Konfliktmanagement im Auslandsschulwesen ist einzurichten, mit Hilfe einer Ombudsperson oder im Rahmen eines Beirats, der auch bei allen Personalfragen mitwirkt.

  7. Nutzung der Kompetenzen ehemaliger Auslandslehrer
    Die Kompetenzen ehemaliger Auslandslehrkräfte sind zu nutzen (etwa bei der Integration von Flüchtlingskindern und –jugendlichen), wozu zunächst eine Datenbank von Bundesländern und / oder ZfA einzurichten ist.

  8. Angemessene Berücksichtigung der Interessenvertretung
    Zumindest solange es keine Personalvertretung der Auslandslehrkräfte gibt, sind die beiden Verbände GEW und VDLiA in die Veranstaltungsprogramme der ZfA (Vorbereitungslehrgänge, Tagungen für Schulleiter und Fachberater usw.) zeitlich angemessen zu integrieren.

Es bleibt zu hoffen, dass es VDLiA und GEW gelingt, mit vereinter Kraft möglichst umfassend die Realisierung dieser Forderungen zu erreichen.

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