GEW - Die Bildungsgewerkschaft
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Vorstand wird entlastet

Vier ereignisreiche und erfolgreiche Jahre liegen hinter der GEW. Das beschreibt GEW-Vorsitzende Marlis Tepe in Ergänzung zum 254 Seiten starken Geschäftsbericht. Die Delegierten sprechen ihr Lob und Kritik aus.

07.05.2017 - Von Julia Stoye

Die GEW hat in den letzten vier Jahren einen Mitgliederzuwachs um vier Prozent erreicht. Mit 278.306 Mitgliedern ist die GEW nun die viertgrößte Gewerkschaft im DGB. "Das ist auch der Erfolg der Mitglieder, die der GEW vor Ort ein Gesicht gegeben haben, die zum Beispiel engagierte Personalratsarbeit leisten, in Bildungseinrichtungen Präsenz zeigen und Kolleginnen und Kollegen beraten", sagte die Vorsitzende Tepe und ergänzte, dass bei der Organisationsentwicklung der Fokus darauf gelegt wurde und wird, was Kolleginnen und Kollegen brauchen, um sich in der GEW zu engagieren.

In ihren mündlichen Ergänzungen zum Geschäftsbericht ging Tepe auf die Arbeit der verschiedenen Vorstandsbereiche der Bildungsgewerkschaft ein. Sie hob zum Beispiel die GEW-Frauenpolitik hervor, die zuletzt mit der JA13-Kampagne die mittelbare Diskriminierung von Grundschullehrerinnen thematisierte und ihre Forderung nach einer Aufwertung des Berufs durch eine bessere Besoldung bekräftigt hat. "In Berlin, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein haben wir hier schon kleine und größere Erfolge erzielt und wir bleiben weiter dran", versprach die GEW-Vorsitzende.

"Die unbefristeten Streiks im Kinder- und Jugendhilfebereich vor zwei Jahren waren für viele Kolleginnen und Kollegen ein einschneidendes und herausragendes Ereignis", berichtete Tepe, "dadurch wurden die Erzieherinnen und Erzieher mutiger und in ihrem Selbstverständnis als wichtiger Teil der Gesellschaft gestärkt." Für seine Arbeit als Vorsitzender des Vorstandsbereichs Jugendhilfe- und Sozialarbeit erhielt Norbert Hocke, der nicht noch einmal antritt, Dank von Marlis Tepe und stehenden Applaus der Delegierten.

Schwierige Verhandlungen

Tepe blickte zurück auf die schwierigen Verhandlungen zur Lehrkräfte-Entgeltordnung, deren Ergebnis im Jahr 2015 für die GEW nicht zufriedenstellend gewesen seien. Erfolgreicher waren aus ihrer Sicht die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder in diesem Jahr, bei denen die Gewerkschaften die Stufe 6 für die Gehaltgruppen E9 bis E15 durchsetzen konnten, was für viele Lehrkräfte eine deutliche Gehaltssteigerung bedeute. Für diese Entwicklungen erhielt der Geschäftsführende Vorstand Kritik, aber auch Lob aus den Landesverbänden. Die nun von der GEW unterzeichnete Lehrkräfte-Entgeltordnung und auch die Stufe 6 werden in den Bundesländern sehr unterschiedlich bewertet.

"Die GEW hat in den letzten Jahren darauf hingearbeitet, dass das Kooperationsverbot fällt. Wenn es aufgehoben wird, wäre es noch besser", sagte Tepe und wies auch auf einen Antrag zur Bildungsfinanzierung hin, der noch auf dem Gewerkschaftstag diskutiert werden wird. Der Gewerkschaftstag 2013 hatte sich gegen Schuldenbremse und Kürzungspolitik ausgesprochen, dem sei die GEW im Bündnis "Umfairteilen" nachgekommen und mit der Initiative "Bildung. Weiter denken!", mit der sich die GEW für mehr Geld für Bildung stark macht.

Kritik erhält der Geschäftsführende Vorstand unter anderem aus Berlin. Manuel Honisch hätte bei der Organisationsentwicklung mehr erwartet: "Wie wollen wir die GEW zukunftsfähig und für Junge attraktiver machen?" Er forderte mehr Ressourcen und hauptamtliche Unterstützung für die Arbeit der Jungen GEW.  

Mit nur einer Enthaltung und einer Gegenstimme wurde der Geschäftsführende Vorstand mehrheitlich von den Delegierten entlastet.

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