GEW - Die Bildungsgewerkschaft
Sie sind hier:

US-Lehrergewerkschaft verurteilt Trumps Äußerungen über „Dreckslochländer“

Die US-Gewerkschaft AFT hat die jüngsten rassistischen „Dreckslochländer“-Äußerungen von US-Präsident Donald Trump scharf verurteilt. Gewerkschaftspräsidentin Randi Weingarten fordert eine Entschuldigung.

16.01.2018

US-Präsident Donald Trump hat mit seinen abfälligen Äußerungen über Menschen aus Haiti und einigen afrikanischen Staaten auch massive Kritik der US-Lehrergewerkschaft AFT auf sich gezogen. „Die hasserfüllten Angriffe gegen Menschen aus Ländern, die mehrheitlich nicht weißer Hautfarbe sind, offenbaren erneut die rassistische und völkische Ideologie, die den Kern dieser Regierung bildet“, sagte AFT-Präsidentin Randi Weingarten. Das amerikanische Volk stehe nicht hinter den hasserfüllten und rassistischen Worten ihres Präsidenten, vielmehr müssten „anständige Amerikaner, unabhängig von der Ideologie“ Trumps Worte und Absichten verurteilen. „Aus diesen Gründen muss sich Präsident Trump entschuldigen“, forderte Weingarten.

Weingarten betonte darüber hinaus: „In den Klassenzimmern in unserem Land haben Amerikas Lehrer an diesem Morgen mit den Auswirkungen zu kämpfen. Denken Sie darüber nach: Wenn Sie ein Kind haitianischer oder afrikanischer Abstammung wären, was würden Sie heute Morgen fühlen? Was passiert in Klassen, wenn Kinder einfach die vulgären und abscheulichen Kommentare des Präsidenten nachahmen, wiederholen oder ihre rassistischen Untertöne teilen? Wie lehren wir Kinder, dass ihr Präsident am Vorabend des Martin-Luther-King-Day-Wochenendes, in dem wir Gerechtigkeit, Freiheit und Chancengleichheit ehren und fördern, die in der Verfassung verankerten Werte verraten?“

US-Medienberichten zufolge hatte sich Trump während der Beratungen über ein neues Einwanderungsgesetz abwertend über Menschen aus Haiti und afrikanischen Staaten geäußert. „Warum sollten wir Immigranten aus Dreckslochländern aufnehmen?“, sagte Trump demnach. Senatoren beider Parteien hatten ihm zuvor einen überparteilichen Kompromiss für einen Gesetzentwurf vorgelegt: Hunderttausende junge Einwanderer, die als Kind illegal in die USA gebracht worden waren, sollten vor Abschiebung geschützt werden. Im Gegenzug sollte der US-Grenzschutz verstärkt werden. Die US-Regierung dementierte Trumps Zitate nicht. 

Zurück