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Unterstützerin der Woche: Ursula Carle

Für die Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams ist eine Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe unverzichtbar. Ursula Carle, Professorin für Elementar- und Grundschulpädagogik an der Universität Bremen, erläutert die Anforderungen für die Kitas der Zukunft und die Notwendigkeit einter angemessenen Bezahlung der Fachkräfte.

04.05.2015 - Prof. Dr. habil. Ursula Carle, Professorin für Elementar- und Grundschulpädagogik an der Universität Bremen

"Gut, dass ErzieherInnen und KindheitspädagogInnen für ihre Rechte auf angemessene Bezahlung streiken! Durchhalten ist jetzt wichtig! Nur dann besteht Aussicht auf Erfolg. Wir müssen endlich die tarifliche Basis für multiprofessionelle Teams schaffen. Gewerkschaft und Politik sollten dringend, für alle Gruppen eine Bezahlung aushandeln, die sich sowohl an den Anforderungen als auch am Ausbildungsniveau orientiert.

Die Kita der Zukunft braucht multiprofessionelle Teams, in denen ErzieherInnen mit KindheitspädagogInnen mit Bachelorabschluss und Fachleuten für Inklusive Pädagogik zusammenarbeiten. Diese Kooperation stellt die Kitas vor neue Herausforderungen. Zu den großen Aufgaben gehört die fachliche Anschlussfähigkeit an die nächste Bildungsstufe, die Grundschule. Es gibt Vierjährige, die genauso gut lesen lernen wie Achtjährige. Andere sind genauso fit in Mathe, Musik oder Sachbildung. Die Unterschiede sind in allen Lernbereichen enorm. Kindergärten müssen in der Lage sein, auf diese Vierjährigen fachlich korrekt und pädagogisch angemessen einzugehen. Ohne entsprechenden Tarifvertrag fehlt eine zeitgemäße Eingruppierungsgrundlage für multiprofessionelle Teams, die das bewältigen. Ohne Gehaltserhöhung und mehr Vollzeitstellen wird der Staat der Verantwortung des Kitabereichs nicht gerecht."

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