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Digital-Salam.deUnterrichtsmaterialien zu Onlinevideos und Islam

Auf Digital-Salam.de gibt es Materialien, Konzepte und Videos, die einen vielfältigen Blick auf den Islam in Deutschland werfen und einen Beitrag leisten sollen, vereinfachten Weltbildern im Internet entgegenzuwirken.

23.10.2019

Die Darstellung des Islams im Netz ist von Diffamierung und Islamfeindlichkeit einerseits sowie extremistischen und islamistischen Stimmen andererseits dominiert. Das Angebot reicht von Websites mit Informationen zu islamischer Glaubenspraxis, Koranübersetzungen und -auslegung über Videos mit Predigten oder Stellungnahmen bis zu Websites, auf denen man individuelle Online-Fatwas erfragen kann. Auch in Gruppen auf Facebook und in geschlossenen Gruppen von Messengerdiensten wie Whatsapp werden solche Videos und Links geteilt und verbreitet. Viele dieser digitalen Formate sind an religiöse Laien und Neulinge adressiert. Und gerade von jungen Menschen sind Positionen und Absichten der Sprecher meist nur schwer einzuordnen.

Für Fachkräfte der schulischen und außerschulischen Bildung erfordert der Umgang mit extremistischen Medienbotschaften umfangreiches Wissen über Kommunikationsformen im Internet, soziokulturelle und -ökonomische Faktoren sowie religionsbezogene Aspekte. Notwendig sind Arbeitsmaterialien, die politisch-bildnerische, religions- und medienpädagogische Perspektiven zusammenbringen.

Auf der Webseite Digital-Salam gibt es daher Unterrichts­materialien, Konzepte und Videos, die einen vielfältigen Blick auf den Islam in Deutschland werfen und einen Beitrag leisten sollen, vereinfachten Weltbildern und Islam­verständnissen entgegenzuwirken. „Um dem komplexen Phänomen islamistisch-ideologisierender Online-Ansprachen begegnen zu können, müssen politisch-bildnerische, religions- und medien­pädagogische Lernziele zusammen­gebracht werden“, heißt es. Dazu stehen sechs Module zur Verfügung: Muslimsein in Deutschland, Die Frau im Islam, Internet-Dschihadismus, Scharia, Islam und Comedy sowie What's up Islam? – Die Videos zu deinen Fragen. Youtube-Videos bilden die Basis jedes Bausteins, die einzeln angewandt oder flexibel kombiniert werden können.

Produktion und Verbreitung von Gegennarrativen

Die Materialien auf Digital-Salam greifen nach eigenen Angaben einen Ansatz aus der internationalen Extremismusprävention auf: die Produktion und Verbreitung von Gegennarrativen. Ziel ist es, multimedial verbreiteten extremistischen Erzählungen alternative Deutungen gesellschaftlicher Phänomene und Entwicklungen entgegenzustellen. Junge Menschen sollen befähigt werden, gegen ausgrenzende Botschaften Position zu beziehen.

Die Vorschläge auf Digital-Salam vermeiden jedoch eine Gegenüberstellung von Propaganda und direkt darauf abzielende Gegenbotschaften. Stattdessen werden Videos mit eher indirekten Gegenbotschaften herangezogen. Da die Rezeption von Videos allein keine Einstellungsveränderung bewirkt, werden diese in politisch-bildnerische sowie religions- und medienpädagogische Fragestellungen eingebettet. Die Videos sollen Diskussionsgrundlagen bereitstellen, auf deren Basis sich idealerweise der Austausch kontroverser Meinungen ergibt.

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