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Unterkünfte für junge Geflüchtete knapp

Bei der Unterbringung von jungen Geflüchteten droht nach Einschätzung der Landesjugendämter ein Engpass. Übergangsweise wird etwa in Rheinland-Pfalz ein Absinken der bisherigen Standards nicht ausgeschlossen.

08.12.2015

Die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter und Leiterin des Landesjugendamts Rheinland-Pfalz, Birgit Zeller, sagte im Interview mit der Dezemberausgabe der "E&W", die Plätze in Heimen, Wohngruppen oder Pflegefamilien reichten "absolut nicht" aus.

In Rheinland-Pfalz beispielsweise gebe es 5.000 Heimplätze. "Es ist weder räumlich noch personell möglich, auf die Schnelle Tausende weitere Plätze nach den Standards der Jugendhilfe bereitzustellen." Zeller betonte: "Wir wollen die Standards halten. Aber so werden wir nicht alle Jugendlichen sofort unterbringen können."

Es werde, "zumindest in einer Übergangszeit, Notunterkünfte, Mehrbettzimmer und Betreuung auch durch Ehrenamtliche und Geringqualifizierte geben. Wir werden neue Settings ausprobieren, etwa betreutes Wohnen oder die Unterbringung in Gastfamilien".

Derzeit kommen Zehntausende junge Geflüchtete ohne Eltern nach Deutschland. Zeller geht aktuell von "mindestens 30.000" aus. Das bedeutet eine große Herausforderung für die Jugendämter.

Das komplette Interview von Esther Geißlinger ist in der Dezemberausgabe der "E&W" nachzulesen. 

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