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UNESCO schlägt AlarmCorona-Pandemie gefährdet Bildungsziele

Bei dem internationalen Treffen im Oktober wurde klar, dass Covid 19 die Ziele der Agenda Bildung 2030 der Vereinten Nationen gefährdet und bestehende Ungleichheiten noch verschärft.

03.11.2020

In der zweiten Oktoberhälfte fand das größte Bildungstreffen der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) seit Ausbruch der Corona-Pandemie statt. Staatsoberhäupter, Regierungschefinnen und -chefs, Ministerinnen und Minister sowie Delegierte internationaler Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, von Bildungsgewerkschaften und der Wissenschaft tauschten sich über die Folgen der Covid-19-Pandemie für die Bildung aus und verabschiedeten Maßnahmen, um die Krise zu bewältigen.

Mehr Geld in Bildung investieren

Die Teilnehmenden äußerten in der Erklärung „Draft 2020 GEM Declaration“ die Besorgnis, dass die mit der Corona-Pandemie einhergehende Bildungskrise das Erreichen der Bildungsziele der Globalen Nachhaltigkeitsagenda 2030 gefährde und bestehende Ungleichheiten festige.

Daher bekräftigten sie die Notwendigkeit, in das Bildungswesen mehr zu investieren. Außerdem betonten sie die Bedeutung multilateraler Zusammenarbeit und vereinbarten eine Reihe gemeinsamer Maßnahmen, um die globale Bildungskrise zu überwinden. Hierzu gehören:

  • Unterstützung des Bildungspersonals
  • Weiterbildung in digitalen und pädagogischen Kompetenzen
  • Verbesserung digitaler Angebote und des Zugangs für Lernende
  • Beibehaltung oder Erhöhung der nationalen und internationalen
  • Bildungsaufwendungen

Hintergrund: 2015 hatte sich die Weltgemeinschaft mit der Verabschiedung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda der Sustainable Development Goals dazu verpflichtet, bis 2030 eine inklusive, hochwertige und chancengerechte Bildung aller Menschen ein Leben lang sicherzustellen.

„Nur mit Bildung sind die Folgen der Pandemie in den Griff zu bekommen.“ (Walter Hirche)

Walter Hirche, Minister a. D. und Vorsitzender des Fachausschusses Bildung der Deutschen UNESCO-Kommission sagte: „Der durch die Covid-19-Pandemie entstandene ökonomische Schaden bringt die Gefahr mit sich, dass auch die weltweite Finanzierung für Bildung zurückgeht. Darunter leiden am meisten diejenigen, die bereits vor der Krise benachteiligt waren. Wir müssen jetzt deutlich machen, dass Investitionen in Bildung keine nachrangigen Belastungen darstellen. Im Gegenteil: Nur mit Bildung sind die Folgen der Pandemie in den Griff zu bekommen.“

Deutschland verfehlt Ziel

Am vorausgehenden Tag hatte der World University Service die aktuellen Daten über die Aufwendungen der OECD-Staaten für entwicklungsbezogene Informations- und Bildungsarbeit veröffentlicht: Deutschland verfehlt (mit 0,66 Prozent) die Empfehlung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, drei Prozent der Gesamtaufwendungen der Entwicklungszusammenarbeit hierfür bereitszustellen.