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Nachruf der AJuMUlrich H. Baselau ist gestorben

Die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien wird ihren zweiten Vorsitzenden und sein zupackendes, humorvolles Mitwirken in unzähligen Aktivitäten sehr vermissen.

02.12.2019 - Wolfgang Antritter

Was ist bezeichnender für den immer aktiven Leseerzieher, Bilderbuchfan und Organisator von AJuM-Aktivitäten als seine Aussage wenige Tage vor seinem Tod: Er sei guten Mutes, noch einige Zeit unter uns zu sein. Aufgrund der schlimmen Diagnose sei es zwar notwendig, Belastungen zu reduzieren; aber sein Herzenskind, die Datenbank, könne er noch weiter machen, bis sich ein Nachfolger eingearbeitet habe. Dass es dann anders kam, lässt uns alle voller Trauer zurück.

Ein Fundament für die AJuM

Ulli Baselau war in den letzten Jahrzehnten für die AJuM so etwas wie das Fundament, auf dem alle mit ihrer Beteiligung aufbauten. Das betraf zum einen die Datenbank, die quasi alle Aktivitäten bündelte. Wie er es schaffte, pünktlich und regelmäßig die Daten aller Landesstellen zu integrieren, sie für Nutzer*innen bereitzustellen und die Beurteilungsergebnisse an die Verlage weiterzureichen, erstaunte alle. Die Struktur der Datenbank sieht heute zudem nicht mehr so aus wie zu Beginn. Mit viel Geduld, Sachkenntnis und hoher Kooperationsbereitschaft gelang es ihm, den Aufbau und die Oberflächen dem digitalen Fortschritt anzupassen.

Seit 1978 engagierte er sich dafür bei der AJuM Niedersachsen. Dabei blieb er bis zu seinem Tod, denn seine Sache war eher der lokale und regionale Bereich, dem er mit seinen Anregungen immer wieder neue Impulse gab. Pauschalurteile waren ihm dabei fremd. Seine Wortmeldungen waren begründet, bevor er damit an die Öffentlichkeit ging. So brachte er 2003 auch den LesePeter auf den Weg, mit dem sich das Auftreten der AJuM in der Öffentlichkeit intensivierte.

Herzliche Art und große innere Ruhe zeichneten ihn aus

Ulli Baselaus Objektivität machte ihn auch zum gefragten Gesprächspartner für neu gewonnene Beurteiler*innen. Es gab kaum eine Frage, auf die er nicht spontan eine Antwort wusste. Und wenn doch, dann kam zuverlässig kurze Zeit danach ein zutreffender Hinweis. In Sitzungen des GV und im schriftlichen Kontakt zeigte er sich als das kollektive Gedächtnis der AJuM. Der belehrende Zeigefinger war ihm dabei fremd. Wer mit ihm zusammentraf, war von seinem trockenen Humor, seiner wunderbaren herzlichen Art und seiner großen inneren Ruhe und Gelassenheit immer überrascht und beeindruckt.

Was Ulli Baselau anpackte, geschah in großer Verantwortung, wobei ihm Gründlichkeit wichtiger war als Schnelligkeit. Dafür war er auch bereit, Konflikte auszutragen, wenn er es der Sache wegen für notwendig hielt. Wenn dann Entscheidungen fielen, dann trug er diese in großer Loyalität mit. Lob zu bekommen war ihm dabei nicht so wichtig (auch, wenn es vielleicht hätte öfter ausgesprochen werden können). Er lebte die gewerkschaftliche Solidarität, gemeinsam für eine wichtige Sache zu streiten, voll und ganz. Die AJuM wird Ulli Baselau und sein zupackendes, humorvolles Mitwirken in unzähligen Aktivitäten sehr vermissen.

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