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FilmtippThriller über einen Streik in Südfrankreich

1.100 Fabrikangestellten droht die Arbeitslosigkeit, als die Leitung sich unerwartet für die Schließung entscheidet. Vor dem Hintergrund von Demonstrationen und Verhandlungen mit den Fabrikmanagern entfaltet sich ein politischer Thriller.

10.04.2019

Im südfranzösischen Agen droht dem Werk der Perrin-Industrie, dem einzigen größeren Arbeitgeber der Region, die Schließung. Obwohl die rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schon Zugeständnisse bei Lohn und Arbeitszeiten machten und trotz Rekordgewinnen in der jüngsten Bilanz, will die inzwischen einem deutschen Konzern gehörende Firma das Werk dicht machen. Gemeinsam und solidarisch wollen die Arbeiterinnen und Arbeiter gegen die Schließung des Werks protestieren.

Der Gewerkschafter Laurent Amédéo führt den Streik an. Doch die Verhandlungen dauern an, und schon bald wird der Ton rauer. Es entwickelt sich ein Existenzkampf, der auch unter der heftig kämpfenden Arbeitschaft zu Auseinandersetzungen führt. Vor dem Hintergrund von Demonstrationen und Verhandlungen mit den Fabrikmanagern entfaltet sich „Streik“ (Kinostart: 25. April 2019) von Regisseur Stéphane Brizé zum politischen Thriller.

„Ich hinterfrage lediglich ein System, das aus der Sicht der Märkte objektiv stimmig, aus menschlicher Sicht aber ebenso objektiv unstimmig ist.“ (Stéphane Brizé)

Brizé selbst sagt über sein Werk: „Der Film schildert einen ökonomischen Mechanismus, der keine Rücksicht auf die Menschen nimmt und beobachtet parallel dazu die zunehmende Wut der ArbeiterInnen, die den turbulenten Plänen der Schließung ihrer Fabrik ausgesetzt sind.“ Als Sprachrohr einer bestimmten Partei oder Gewerkschaft sehe er sich aber nicht, betont der Filmemacher: „Ich hinterfrage lediglich ein System, das aus der Sicht der Märkte objektiv stimmig, aus menschlicher Sicht aber ebenso objektiv unstimmig ist.“ 

Um sicher zu sein, die Grundregeln der Situation verstanden haben, traf sich Brizé mit Arbeiterinnen und Arbeitern, HR-Managerinnen und -managern, CEOs sowie Anwältinnen und Anwälten, die auf Arbeitnehmerrechte oder die Verteidigung von Geschäftsinteressen spezialisiert waren. „Unser Ziel war es, zu vermeiden, dass dogmatische Ideen kurzerhand nebeneinander gestellt werden. Vielmehr wollten wir radikal unterschiedliche Blickwinkel gegeneinander ausspielen und dabei gründlich recherchierte Argumente verwenden.“ 

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