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Tarifrunde 2017: Forderungspaket mit sechs Prozent Gesamtvolumen

Am 18. Januar startet die Tarifunde des öffentlichen Dienstes der Länder. Für die GEW geht es um die angestellten Lehrerinnen und Lehrer sowie die Landesbeschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst. Heute hat die GEW ihre Forderungen klar gemacht.

14.12.2016

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes haben heute in Berlin ein Forderungspaket mit einem Gesamtvolumen von sechs Prozent geschnürt. Dabei geht es um die 2017 startenden Tarifrunde für rund eine Million Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder – davon allein 200.000 angestellte Lehrkräfte. Die Kernforderungen der GEW im Überblick:

  • Sechs Prozent Gesamtforderung
  • Darin enthalten: Stufe 6 für Entgeltgruppen 9 bis 15 sowie eine soziale Komponente
  • Angleichung der Bezahlung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder
  • Zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Verhandlungsergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten
  • Eindämmen des Befristungsunwesens, insbesondere in der Wissenschaft

 

Teil des Katalogs ist eine Gehaltserhöhung mit sozialer Komponente in Form eines Sockel- oder Mindestbetrages. Für die höheren Entgeltgruppen im Tarifvertrag der Länder (TV-L) sollen die zusätzliche Entwicklungsstufe 6 eingeführt und weitere strukturelle Verbesserungen bei der Eingruppierung übernommen werden. Durch diese Gehaltserhöhungen sollen die Entgelte der Landesbeschäftigten mit den Einkommen bei Bund und Kommunen Schritt halten. Außerdem geht es der GEW in der Tarifrunde darum, die Einkommen der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) der Länder so anzuheben, dass sie das Niveau vergleichbarer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Bund und Kommunen erreichen.

 

"In dieser Tarifrunde wollen wir Anschluss an die Entwicklung der Gehälter der im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen Beschäftigten halten."

 

"Zum 1. Februar 2017 klafft zu den Länder-Beschäftigten eine Lücke von rund vier Prozent, die geschlossen werden muss. Auch die Gehälter in der Privatwirtschaft dürfen nicht weiter davon ziehen. Schließlich erreichen die Steuereinnahmen Rekordwerte: Dafür haben die Beschäftigten mit ihrer Arbeit die Voraussetzungen geschaffen, jetzt müssen sie an dieser Entwicklung beteiligt werden", sagte Marlis Tepe, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), während einer Pressekonferenz der Gewerkschaften ver.di, GdP und GEW sowie des Beamtenbundes heute in Berlin.

 

"Gerade jüngeren Menschen, die den Einstieg in das Berufsleben schaffen wollen, werden häufig nur befristete Stellen angeboten."

 

Auch das Befristungsunwesen in der Wissenschaft ist Teil der Forderungen. "Um die Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst attraktiver zu gestalten, muss die Zahl der befristeten Arbeitsverhältnisse, insbesondere an den Hochschulen, gesenkt werden. Gerade jüngeren Menschen, die den Einstieg in das Berufsleben schaffen wollen, werden häufig nur befristete Stellen angeboten. In dieser Frage müssen die Arbeitgeber ihre Einstellungspolitik korrigieren, sonst fehlt perspektivisch der im öffentlichen Dienst dringend benötigte Nachwuchs", betonte Tepe.

Der Auftakt zur Tarifrunde findet am 18. Januar in Berlin statt. Geplant sind drei Verhandlungsrunden. 

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Kommentare
Name: Susanne
Stufe 6 für nur Angestellte
Lieber Vorstand, ich habe mir den Flyer aufgrund des angegebenen Links nochmal angeschaut, aber da steht ziemlich genau das, was ich und wahrscheinlich fast alle der Angestellten im öffentlichen Dienst, v.a. die angestellten Lehrer n i c h t so wollen. Die Hauptforderung Eurer streikenden Mehrheit ist die Stufe 6 TVL nur für Angestellte! Alles andere kommt danach, falls noch was drin wäre. Erfahrungsgemäß (das zeigen die letzten Jahre) wird so eine Forderung, die alle angestellten Mitglieder tragen und durch Streik unterstützen würden, aber irgendwie im Verlauf der Tarifverhandlungen immer in der Reihenfolge (zunächst auf dem Flyer und am Ende in den Verhandlungen) nach hinten gesetzt, zugunsten von ein paar Bröckchen (%), die für Beamte rein rechnerisch mehr bedeuten, als für unseren Geldbeutel. - Vertretet endlich unsere Interessen. Solange dieses Minimum (6.Stufe bedeutet ja nur 500Euro brutto, d.h. 200 Euro netto, also viel weniger, als die Netto- Schere) nicht wenigstens als Zeichen in unsere Richtung realisiert wird, möchte ich keine automatisch auf alle übertragene Lohnerhöhung mehr unterstützen. Ich streike für Ungerechtigkeit, die mir und anderen Angestellten im öffentlichen Dienst seit langer Zeit angetan wird und nicht für Kollegen, die bei mir in der Schule nur zu 10% gewerkschaftlich organisiert sind, und sich ansonsten nach Information meinerseits freuen, dass sie auf der anderen previligierten Seite stehen. Nur Lippenbekenntnisse, die werden an der Schere nichts ändern. Aber wir, mit Euch und der wichtigsten Forderung an der Spitze, - oder eben nicht!!! Dann wären wieder mal wir, die Streikenden diejenigen, die verraten wurden. Zugunsten von ein paar Bröckchen, die noch nicht mal bei uns ankommen...
23.01.2017 - 20:30
Name: Ups
Gew Hauptvorstand
Gebetsmuehlenartig wiederholt der gew hauptvorstand die tolle Forderung der Einführung der stufe 6 für Angestellte. Was bringt das netto , ein, zwei prozent der abstandsverringerung zu den beamten? Das ist im vergleich zu den realen zwanzig prozent minus bei den nettoloehnen und den ca. 30 Prozent bei der Alterssicherung irgendwie laecherlich.
24.01.2017 - 13:18
Name: Claudio Dorsch
massive Nettolohndiskriminierung
Und leider wird auch die nächste Lohnerhöhung gänzlich von der erneuten Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze aufgefressen. Somit ist sichergestellt, dass die Schere zwischen Beamten und Angestellte, die haargenau die gleiche Arbeit tun, weiter auseinandergeht. Es fragt sich, wieso Frau Nahles nicht erstmal bei dem landeseigenenen Betrieb Schule anfängt, wenn um einen einheitlichen Tarifvertrag für die Arbeiter geht, die unter einem Dach zusammen arbeiten. Im 21. Jahrhundert sollte die Klientelpolitik aufhören. Wenn 100.000 angestellte Lehrer Wirtschaft und Politik unterrichten, und diese offensichtliche Diskriminierung durch den Staat offenlegen, sollten sich doch bald Wähler finden, die mündig ihre eigenen Schlüsse ziehen.
26.01.2017 - 19:11
Name: Tarifbeschäftigte Fachlehrerin in NRW
"Kleine EG9" - bei E4 ist Schluss
Ich lese, dass die GEW für die Entgeldgruppen ab EG9 die Einführung der Stufe 6 fordert. Für mich wäre es schon ein Traum, überhaupt erstmal in die Stufe 5 zu kommen. Bei E4 ist nämlich Schluss. Die Chance in E5 zu kommen ist gering. man muss sich auf eine der raren Beförderungsstellen (A10) bewerben und steht dann in Konkurrenz zu den verbeamteten Kollegen. Aber anscheinend gibt es ja eine bestimmte Gruppe von Lehrkräften, die automatisch in die E5 kommen, sonst gäbe es ja nicht die beagte Forderung der GEW. Damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich gönne jedem diese Einstufung, auch den verbeamteten Lehrkräften ihre entsprechende Besoldung. Aber an dieser Stelle fühle ich mich ungerecht bezahlt und ich denke, es geht vielen meiner Kolleginnen und Kollegen ebenso.
30.01.2017 - 21:05
Name: Jan
Nur die Schere stört, sonst nichts.
Es ist ja nicht unbedingt so, dass das Geld, das ich als angestellter Lehrer verdiene, nicht reicht. Es würde mich nicht mal stören, wenn ich mehrere Jahre keine weiteren Gehaltszuwächse hätte. Ich allerdings nicht ertragen, dass meine Kollegen bei gleicher Arbeit jeden Monat über 500 Euro zusätzlich auf dem Konto haben. Ich werde also nicht nach mehr Geld schreien. Ich möchte, dass wir das gleiche verdiene. Daher fordere ich: Weniger Geld für die Beamten! Tut mir leid, aber ich denke, sie werden schon nicht verhungern. Natürlich ist so eine Forderung absurd. Sowas ist rechtlich sicher auch nicht möglich. Aber was möglich wäre, wären weitere Nullrunden. So hätten wir wenigstens eine Chance aufzuholen. Wer aber dann verliert, sind die Gewerkschaften. Ich vermute, dass die Mitgliederzahlen durch die wenig begeisterten Beamten zurückgehen würden.
31.01.2017 - 11:59
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