GEW - Die Bildungsgewerkschaft
Du bist hier:

SZ: Große Nachfrage nach Deutschunterricht

Mehr als 88.000 Flüchtlinge nehmen derzeit an den Deutschkursen der Bundesagentur für Arbeit (BA) teil. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine ihr vorliegende Auswertung der Nürnberger Behörde.

14.12.2015

Demnach sind rund 38.000 Teilnehmer der Sprachkurse maximal 24 Jahre alt. Etwa 47.000 sind zwischen 25 und 49 Jahren alt. Rund zwei Drittel der neuen Deutschschüler kommen aus Syrien, die allermeisten sind Männer. Die weiteren Teilnehmer kommen vor allem aus Eritrea, dem Irak und dem Iran.

"Ich bin im Positiven überrascht über die große Zahl an Flüchtlingen und insbesondere jungen Flüchtlingen, die über unsere Kurse die Landessprache erlernen möchten", sagte Raimund Becker, Vorstandsmitglied der BA, der "SZ". Das große Interesse zeige "die hohe Motivation der Flüchtlinge, Deutsch zu lernen und sich integrieren zu wollen".

Der Verwaltungsrat der BA fördert zeitlich begrenzt Sprachkurse für Flüchtlinge, die vermutlich dauerhaft in Deutschland bleiben und noch nicht an einem Kurs des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge teilgenommen haben.

GEW: Mehr Akademiker für Integrationskurse gewinnen

Die GEW fordert, die Zusatzqualifikation Deutsch als Zweitsprache (DaZ) für PädagogInnen zu stärken. Ferner müsse über den - zeitlich begrenzten - Einsatz pensionierter Lehrkräfte mit der Qualifikation für Sprachen sowie über DaZ-Crashkurse für pädagogisch qualifizierte Menschen nachgedacht werden. Außerdem sieht die GEW in der Sprachenvielfalt eine Chance und Bereicherung und setzt sich für eine durchgängige Sprachbildung ein, welche die mehrsprachigen Kompetenzen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen fördert. Berechnungen der Gewerkschaft zufolge sind für eine schnelle Integration durch Spracherwerb und Bildung etwa 38.000 zusätzliche Lehrkräfte und ErzieherInnen notwendig.

Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe betonte jüngst zudem, Integrationskurse seien ein weiterer wichtiger Bestandteil beim Zugang zu Bildung für Flüchtlinge. "Für die Integrationskurse müssen wir mehr akademisch qualifizierte Menschen gewinnen. Das wird aber nur dann klappen, wenn endlich mit der prekären Beschäftigung der Integrationslehrkräfte Schluss gemacht wird."

Zurück