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Syrische Geflüchtete: Sprung ins Lehramt

Die Universität Potsdam bietet ein bundesweit einzigartiges Qualifizierungsprogramm für geflüchtete Lehrkräfte an: „Refugees Teachers Welcome“.

20.10.2016

60 vor allem aus Syrien geflüchtete Lehrkräfte werden derzeit im "Refugee Teachers Welcome"-Programm der Universität Potsdam in zwei Semestern auf erste Arbeitseinsätze an Schulen vorbereitet. Von April bis August lernten sie die deutsche Sprache. Seit September steht die Schulpraxis im Mittelpunkt: An der Universität und an Gastschulen werden sie mit dem deutschen Schulsystem sowie mit Fachdidaktiken und damit auch mit möglichen Unterschieden zur Schulpraxis ihrer Herkunftsländer vertraut gemacht. Damit die Geflüchteten auch außerhalb des Kurses Deutsch üben und möglichst viel über das Leben in ihrer neuen Heimat lernen, treffen sie sich mit deutschen Studierenden, die ihnen beim Deutschlernen zur Seite stehen.

Aber: "Wir bieten keinen Schnellkurs ins deutsche Lehramt an", sagt der für Lehre und Studium zuständige Vizepräsident Andreas Musil. Die Anerkennung als Lehrkraft in Deutschland erfolgt weiterhin über die Überprüfung mitgebrachter Qualifikationen und ein etwaiges Zusatz- oder ganz neues Lehramtsstudium. Bewerben können sich die syrischen Lehrkräfte an deutschen Schulen als "Nichterfüller", ähnlich wie deutsche Quer- oder Seiteneinsteiger. Der Vizepräsident glaubt an einen solchen Bedarf: "Warum sollen sie nicht in Willkommensklassen mitarbeiten und dort als Integrationsvorbilder dienen?"

Jeannette Goddar hat hat mit Zahra Alzaher gesprochen, die seit November 2015 in Deutschland lebt und früher im syrischen Aleppo als Grundschullehrerin arbeitete. Ihr Artikel ist in der Oktoberausgabe der "E&W" zu lesen. 

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