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Studie: Weiterbildung braucht einheitliche Qualitätsstandards

Experten fordern einen Neustart in der Weiterbildung. Einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung zufolge ist die deutsche Weiterbildungslandschaft "segmentiert" und wenig verzahnt - anders als in den Niederlanden oder Dänemark.

21.02.2017

Eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Expertise sieht einen erheblichen Reformbedarf der Weiterbildung in Deutschland. "Sie ist unübersichtlich, die Angebote sind nicht aufeinander abgestimmt und vor allem: Von Weiterbildung profitieren in erster Linie diejenigen, die bereits mit beiden Beinen in der Arbeitswelt stehen, während Geringqualifizierte und Arbeitslose häufig leer ausgehen", schreiben die Autoren der Studie.

Bei Arbeitslosen seien mit den Hartz-Reformen kleinteilige Ad-Hoc-Maßnahmen an die Stelle vertiefter Qualifizierungen getreten, kritisieren die Bildungs- und Arbeitsmarktexperten weiter. Von den rund 1,3 Millionen ungelernten Arbeitslosen begannen zudem zuletzt jährlich nur knapp 50.000 eine Fortbildung mit dem Ziel eines beruflichen Abschlusses. Bei betrieblicher und individueller Weiterbildung gebe es derweil Hunderte Fortbildungsordnungen, aber keine einheitlichen Standards. Notwendig sei ein Bundesweiterbildungsgesetz.

Auch prekäre Arbeitsbedingungen abschaffen

Auch die GEW fordert seit langem ein solches Gesetz, das transparente Regelungen zu Information und Beratung, Lernzeiten und Finanzierung der Weiterbildung verankert. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung müssten eine flächendeckende Beratung aufgebaut, die Grundbildung gefördert sowie geringqualifizierte Menschen ermutigt werden, Weiterbildungsangebote zu nutzen.

Die Gewerkschaft will darüber hinaus prekäre Bedingungen in der Weiterbildung endlich abschaffen und verlangt mehr feste Stellen und eine tarifliche Bezahlung oder entsprechend hohe Honorare mit sozialer Absicherung. Mit den "Weimarer Thesen" formulierte die GEW bereits 2014 aktuelle Forderungen und Zukunftsperspektiven des Weiterbildungssektors.

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