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SozialarbeiterInnen klagen über fehlende Solidarität

09.03.2016

SozialarbeiterInnen beklagen eine mangelnde gesellschaftliche Solidarität für ihren Job. "Vom Kita-Streik waren viele Eltern unmittelbar betroffen", sagt Michaela Grandy. "Mit dem Jugendamt wollen viele Menschen dagegen nichts zu tun haben."

"Wenn wir uns vier Wochen bei den Familien nicht melden, fällt das niemandem auf, wenn aber vier Wochen die Kita geschlossen ist, wirkt sich das sehr stark auf Eltern aus", betonte die Münchener Bezirkssozialarbeiterin Michaela Grandy im Interview mit der neuen "E&W". Von der aktuellen Tarifrunde des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen erhofft sie sich "deutlich mehr Geld".

Die Herausforderungen für SozialarbeiterInnen haben Grandy zufolge erheblich zugenommen. "Es gibt immer mehr sogenannte multikomplexe Problem-, mehr Patchwork-Familien, Alleinerziehende und Sorgerechtsfälle. Seit einigen Monaten ist der Betreuungsaufwand unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge und von Familien mit Kindern, die der Krieg traumatisiert hat, deutlich gestiegen."

Zugleich stiegen auch die Verwaltungsaufgaben, die SozialarbeiterInnen übernehmen müssten. "Unsere Gehälter haben mit den gestiegenen Ansprüchen jedoch nicht Schritt gehalten. Seitdem ich berufstätig bin, also seit 1993, habe ich die Erfahrung gemacht, dass im sozialen Bereich, und hier vor allem in der Jugendhilfe, kontinuierlich gespart wird", kritisiert Grandy. 

Das komplette Interview von Jürgen Amendt ist in der Märzausgabe der "E&W" nachzulesen.

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