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"Schwarze Null darf im Zweifelsfall nicht das Ein und Alles sein"

Angesichts der notwendigen finanziellen Mittel für die Integration von Geflüchteten stellt der SPD-Bildungsexperte Rossmann die sogenannte schwarze Null von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorsichtig in Frage.

08.12.2015

"Die politischen Weichen sind bereits gestellt, um Sprach- und Integrationskurse für mehr Flüchtlinge zu öffnen. Das muss sich dann auch klar im Bundeshaushalt abbilden. Die schwarze Null darf im Zweifelsfall nicht das Ein und Alles sein", sagte Rossmann im Interview mit der "E&W" (Dezemberausgabe). Die Bundesregierung will trotz der Flüchtlingskrise auch 2016 keine neuen Schulden machen und plant erneut eine schwarze Null.

Rossmann ist auch Vorsitzender des Deutschen Volkshochschulverbandes (DVV), der 500 Millionen Euro für eine Weiterbildungsoffensive fordert, die 500.000 geflüchteten erwachsenen Menschen zugutekommen soll. "Die Summe ist gedacht für alle Träger, nicht nur die Volkshochschulen, die entsprechende Angebote machen: Integrationskurse, berufsbezogene Sprachkurse, Selbstlern-Apps", erklärte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Die 500 Millionen seien jedoch nur eine "Orientierungsgröße". Zusätzlich müssten Mittel für Kitas, Schulen und die Berufsbildung mobilisiert werden.

Mit Blick auf die drohende Lücke beim Fachpersonal forderte Rossmann, ältere Professionelle zu reaktivieren, Seiteneinsteiger nachzuqualifizieren und Ehrenamtliche zu schulen. "Dringend erforderlich ist auch ein Konzept, um die einzelnen Sprachbildungsstufen aufeinander abzustimmen." Dieses müsse das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zügig entwickeln.

Das gesamte Interview von Helga Ballauf ist in der Dezemberausgabe der "E&W" abgedruckt.

 

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