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Russland: Bildungskongress in Kaliningrad

Vom 25. bis 27. März 2018 fand in Kaliningrad ein gesamtrussischer Kongress zur beruflichen Entwicklung von Lehrkräften statt. Die Digitalisierung spielte auch hier eine große Rolle.

03.04.2018 - Ilka Hoffmann

Auch in Russland sehen sich Lehrkräfte zunehmend mit den Herausforderungen der Digitalisierung und des Umgangs mit heterogenen Lerngruppen konfrontiert. Dies wurde auf dem Bildungskongress unter der Überschrift „Modernisierung des Fortbildungssystems für Lehrkräfte und Schaffung einer nationalen Struktur für die pädagogische Weiterentwicklung“ vom 25. bis 27. März besonders deutlich. Russische Lehrkräften sprachen die Problematik des lehrerzentrierten Unterrichts an, der den Übergang zu selbständigeren, besser auf die Anforderungen der digitalen Welt vorbereitenden Lernformen erschwert. Galina Merkulowa, die Präsidentin der russischen Bildungsgewerkschaft, stellte explizit die Bedeutung heraus, die dem zwischengewerkschaftlichen Kontakt angesichts des erneuten Kalten Krieges zwischen Russland und der westlichen Welt zukomme.

Kongress von Bildungsministerium und Gewerkschaft
Veranstaltet wurde er gemeinsam von der russischen Bildungsgewerkschaft ESEUR,  dem Bildungsministerium der Russischen Föderation sowie lokalen RepräsentantInnen aus dem Bildungsbereich. Eingeladen waren FortbildnerInnen, Leiterinnen und Lehrer von Pädagogischen Hochschulen sowie Mentorinnen und Mentoren aus der gesamten Russischen Föderation. Nach einer feierlichen Eröffnung mit mehreren Grußworten auch von der stellvertretenden Bildungsministerin der Russischen Föderation und Fachvorträgen diskutierten mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Workshops über die Herausforderungen der Professionalisierung von Lehrkräften vor dem Hintergrund der anstehenden Zukunftsfragen wie etwa der Digitalisierung. 

Gemeinsame Herausforderungen
Als ImpuslgeberInnen waren auch Vertreterinnen und Vertreter von Mitgliedsgewerkschaften der Bildungsinternationale eingeladen: Alex Schneider und Nahum Nahum von  der israelischen Histadrut HaMorim, Mike Thiruman, Generalsekretär der Bildungsgewerkschaft STU in Singapur, Petri Kääriänen von der finnischen OAJ und Ilka Hoffmann für die GEW. Die internationalen Gäste hielten im Eröffnungsplenum jeweils einen Vortrag zu den Herausforderungen der  Lehrkräftefortbildung und der Rolle, die den Gewerkschaften in diesem Zusammenhang zukommt.

Kaliningrad: Stadt und Umgebung
Während des Kongresses hatten die internationalen Gäste Gelegenheit zur Stadtbesichtigung und zum Besuch einer Ausstellung mit Forschungsarbeiten aus einem Wettbewerb zu Naturwissenschaften und Digitalisierung von Schülerinnen und Schülern des Kaliningrader Gebietes.  Es wurden Arbeiten zur Robotik, aber auch soziale und ökologische Projekte vorgestellt. Die Selbständigkeit und die Ernsthaftigkeit der jungen Forscherinnen und Forscher waren sehr beeindruckend. Die Stadt Kaliningrad wirkt wie ein Kaleidoskop unterschiedlicher Baustile und Epochen: Je nachdem, wo man hinsieht, fällt der Blick entweder auf eine ostpreußische, sowjetische oder traditionelle russische Stadt. In den letzten fünfzehn Jahren sind viele Gebäude des alten Königsbergs wieder aufgebaut oder restauriert worden. An der Kurischen Nehrung befindet sich seit 1987 ein Nationalpark, der mit 6621 Hektar etwa ein Viertel so groß ist wie der angrenzende litauische, seit 1991 bestehende Nationalpark.

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