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Riesige Unterschiede an den Ganztagsschulen

Was sich die Bundesländer die gebundene Ganztagsschule kosten lassen, könnte nicht unterschiedlicher sein. Und auch zwischen den Schulstufen gibt es große Unterschiede.

04.01.2018 - Prof. Klaus Klemm, Bildungsökonom

Ein Bundesländervergleich der gebundenen Ganztagsschulen zeigt: Bei der zusätzlichen Zeit, die Schülerinnen und Schüler in der Schule verbringen, gibt es ebenso wie beim Personal große Unterschiede. So verfügen Grundschulen im Bundesdurchschnitt über eine ganztagsbedingte Mehrzeit von 14 Zeitstunden pro Woche – die Spannweite liegt zwischen 8 und 22 Stunden. In den nichtgymnasialen Schulen der Sekundarstufe I sowie in den Gymnasien verbringen die Kinder und Jugendlichen wöchentlich im Schnitt etwa 8 Stunden zusätzlich in der Schule; hier reicht die Spannweite von 4 bis 16 Stunden.

Bei der von den Ländern finanzierten Personalausstattung für die zusätzliche Zeit gilt: Grundschulen stehen im Schnitt 12 Zeitstunden je Woche und Klasse zur Verfügung, die Spannweite reicht von 3 bis 32 Zeitstunden. In den nichtgymnasialen Schulen der Sekundarstufe I wie auch im Gymnasium liegt der Durchschnitt bei fünf Zeitstunden; die Bandbreite beträgt eine bis elf Stunden.

Auch bei der Zusammensetzung des pädagogischen Personals finden sich Unterschiede zwischen den Ländern und – stärker noch – zwischen den Schulstufen. Meist stellen die Länder zusätzliche Lehrkräftestunden zur Verfügung. Insbesondere in der Grundschule weichen einige Länder davon allerdings ab und stellen ausschließlich zusätzliche Erzieherstunden bereit. Ein einheitliches Muster ist dabei weder zwischen den Ländern noch in den einzelnen Ländern zu erkennen. Insgesamt gilt: Das zusätzlich finanzierte Personal reicht nicht aus, um die zusätzliche Zeit abzudecken. Und: Reiche Schulträger können dies ausgleichen, arme dagegen nicht.

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