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Rentenniveau anheben

Die gesetzliche Rente muss nach Ansicht der GEW wieder gestärkt werden. Die Politik müsse das Rentenniveau wieder auf 50 Prozent des Durchschnittsentgelts anheben, kommentiert Frauke Gützkow.

11.04.2017 - Frauke Gützkow, GEW-Vorstandsmitglied Frauenpolitik

Wo gibt es sie noch, die Eckrentner mit 45 Beschäftigungsjahren? Unkonventionelle Erwerbsverläufe nehmen zu – auch im Bildungsbereich. Menschen, die lange freiberuflich arbeiten und erst spät eine feste Stelle finden. Andere, die ihre Berufstätigkeit den Familienaufgaben unterordnen und in Teilzeit arbeiten. Wieder andere, die solidarisch reduzieren, um Entlassungen zu verhindern. Oder jene, die dauerhaft prekär beschäftigt sind. Auf diese Entwicklung muss die Rentenpolitik dringend Antworten geben.

Das heißt grundsätzlich: Wir müssen die gesetzliche Rente stärken. Sie ist das Kernstück unseres Sozialstaates. Sie ist unerlässlich, um Altersarmut zu vermeiden. In vielen Berufsgruppen reicht das Geld für die private Vorsorge nicht. Und nur wenige kommen in den Genuss einer Betriebsrente. Deshalb muss Politik das Rentenniveau wieder auf 50 Prozent des Durchschnittsentgelts anheben. Derzeit sind es gerade mal 43 Prozent.

Die Forderungen der GEW für den 28. Gewerkschaftstag Anfang Mai in Freiburg sind unmissverständlich: Wir brauchen ein Rentensystem, das vor Armut schützt. Das Soloselbstständige und prekär Beschäftigte besser absichert. Das die typischen, diskontinuierlichen Frauenbiografien stärker berücksichtigt und endlich ein einheitliches Rentenrecht in Ost und West garantiert. Das den Wert von Bildung anerkennt, indem Bildungszeiten wieder im Rentenrecht verankert werden. Wer in eine längere Ausbildung investiert, den darf man dafür in der Rente nicht bestrafen. Bildungszeiten bis zu sechs Jahren müssen später genauso zu Buche schlagen wie Erziehungszeiten. Denn Bildung erhöht Produktivität und Erwerbsbeteiligung und kommt so dem gesamten Solidarsystem zugute.

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