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Qualitätsstandards für Schülerpraktika schaffen

16.02.2016

Zur Weiterentwicklung der Qualität des Schülerbetriebspraktikums ruft die GEW Schulen, Sozialpartner, Betriebe und Politik zur Zusammenarbeit auf. Beispielsweise sollten verbindliche Qualitätsstandards festgelegt werden.

Die Arbeitswelt- und Berufsorientierung in den allgemeinbildenden Schulen hat in den vergangenen  Jahren an Bedeutung gewonnen. Dafür gibt es eine Vielzahl von Gründen: Nach wie vor sind viele junge Menschen ohne Berufsausbildung. Zu viele von ihnen brechen ihre Ausbildung oder ihr Studium ab. Der Wandel der Arbeitswelt verändert Berufsinhalte und Berufsbilder. Aus Sicht der Gewerkschaften sollte das Schülerbetriebspraktikum daher als Teil der sozioökonomischen Bildung, schülerorientiert und multiperspektivisch angelegt sein.

"Junge Menschen sollen die Gelegenheit erhalten, sich nicht nur mit interessanten und möglichen Berufsbildern, sondern auch mit den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, technischen, organisatorischen und sozialen Rahmenbedingungen der Arbeitswelt auseinanderzusetzen", schreiben Ilka Hoffmann, Leiterin des Vorstandsbereichs Schule der GEW, und Hans-Jürgen Urban, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, in der Einleitung der neuen Handreichung "Schule@Betrieb".

Die Bundesländer sollten für die Kooperation zwischen Schulen und Arbeitswelt mehr Verantwortung übernehmen, insbesondere was Lernpartnerschaften betrifft, fordern die Gewerkschaften. Wirtschaft, Sozialpartner und Politik sollten zudem verbindliche Qualitätsstandards für Schülerbetriebspraktika und Transparenz über die bereitstehenden Praktikumsplätze verabreden. Lehrkräfte, Betriebsräte und Praktikumsbeauftragte müssen ferner Anspruch auf Weiterbildung in Fragen der Planung, Durchführung und Evaluation von Schülerbetriebspraktika haben.

In fünf Kapiteln erläutert die 47 Seiten lange Broschüre die Grundsätze der sozioökonomischen Bildung, stellt Ziele und Inhalte des Schülerbetriebspraktikums dar, widmet sich den Rollen der Lehrkräfte, Betriebsräte oder JAV im Betrieb, stellt Methoden für strukturierte Lernprozesse der SchülerInnen vor und gibt arbeitsrechtliche Informationen zur Praktikumsvereinbarung.

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