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Privatisierungsreport 12 - Zur schleichenden Deprofessionalisierung im Schulbereich

Die Aufgaben wachsen – der Personalstand nicht. Die Herausforderungen und Pflichten der Schulen sind umfangreicher und vielfältiger geworden, ohne dass in ausreichendem Maße pädagogisches Personal eingestellt worden wäre. Zugleich gibt es einen Mangel an Lehrkräften in bestimmten Fächern, Schulstufen oder Regionen. In dieser Konstellation kommen seit einigen Jahren auf den verschiedensten Wegen Menschen in die Schulen, die keine pädagogische oder lediglich eine Schmalspur-Ausbildung haben, aber wichtige Teile der Arbeit – oftmals auch den Unterricht – übernehmen.

25.05.2011

Auf diese Weise lernen die Schülerinnen und Schüler etwa Seiteneinsteiger in den Beruf, Unternehmensvertreter, Ingenieure der Telekom, im öffentlichen Dienst überflüssige Förster, die „Teach-First-Fellows“, Bildungspaten, -coaches und -lotsen, prekäre Beschäftigte,Mini-Jobber, Ehrenamtliche und neuerdings Jugendoffiziere der Bundeswehr kennen. Was auf den ersten Blick wie eine personelle Notlösung aussieht, wird öffentlich gerne schön geredet und von Schulen, die dringend Unterstützung brauchen, oft willkommen geheißen: Endlich Unterrichtsgarantie! Endlich individuelle Förderung! Endlich authentisches Wissen aus der Wirtschaft! Endlich Sicherheitspolitik aus erster Hand! Diese Stimmung meint der Titel dieses Privatisierungsreports: „Die Heilsbringer kommen!“

Der vorliegende Privatisierungsreport sammelt dazu Fallbeispiele aus vielen Bundesländern. Er beleuchtet, welche Gefahren sich für die Unterrichtsqualität ergeben – und wie es um die weltanschauliche Unabhängigkeit von Schule bestellt ist.

Aus dem Vorwort
von Marianne Demmer und Martina Schmerr

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