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Private Billigschulen: Pearson-Lehrkräfte ohne Lizenz

Der Bildungsforscher Curtis B. Riep hat Privatschulen in Afrika und auf den Philippinen untersucht, zu deren Investoren der umstrittene Bildungskonzern Pearson gehört. Ergebnis: Viele Lehrkräfte haben keine Lizenz und bekommen extrem niedrige Löhne.

15.10.2016

Der Kanadier Riep analysierte im Auftrag der Bildungsinternationale (Education International - EI) u.a. die "Affordable Private Education Centers" (APEC) – eine private Billigschulkette auf den Philippinen, zu deren Investoren der weltgrößte Bildungskonzern Pearson gehört. Pearson forciert in Entwicklungsländern die Gründung von Privatschulen mit niedrigen Schulgebühren (low-fee private schools - LFP).  APEC-Lehrkräfte hätten typischerweise keine Lizenz und bekämen extrem niedrige Löhne, berichtete Riep. Die Kette miete zudem Räume in ungenutzten Geschäftshäusern ohne „ausreichend Platz für Bibliotheken, Turnhallen, Naturwissenschafts- und Computerräume“.

EI, der weltweite Dachverband von 400 Bildungsgewerkschaften, warnt seit langem vor der britischen Aktiengesellschaft Pearson und ihren Geschäften mit Bildung. Der Konzern habe durch Billigschulen und Lobbying großen Einfluss auf die Bildungspolitik in vielen Ländern – und treibe die Privatisierung voran. Was Pearson heute auf den Philippinen oder in afrikanischen Ländern wie Kenia, Uganda oder Liberia praktiziert, könnte künftig auch öffentliche Schulen in den Industrieländern unter Druck setzen.

Im Frühjahr 2016 startete eine Gruppe internationaler Gewerkschaften, darunter die GEW, gemeinsam mit Aktionären und Rentenfonds eine Petition zur Pearson-Aktionärsversammlung in London. Darin forderte die "Pearson 100"-Gruppe: "Stoppen Sie Pearsons schädliche Geschäftsstrategien und bekräftigen Sie das Recht auf eine kostenlose, qualitativ hochwertige öffentliche Bildung – für jedes Kind."

Der komplette Artikel von Matthias Holland-Letz ist in der Oktoberausgabe der "E&W" abgedruckt.

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