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PISA ante portas

Am 7. Dezember ist es wieder soweit: In Berlin werden die Ergebnisse der neuesten PISA-Studie vorgestellt. Schwerpunkt der Untersuchungen war 2009 - wie bereits im Jahr 2000 - die Lesekompetenz. Was hat sich seit dem ersten PISA-Schock verändert? Die GEW wagt einen Ausblick.

25.11.2010

Marianne Demmer, Leiterin des GEW-Vorstandsbereichs Schule, erklärte im Vorfeld, es gebe Hinweise darauf, dass zwischen PISA 2000 und PISA 2009 in der Lesekompetenz keine nennenswerten Verbesserungen zu erwarten seien.

Demmer hat umfangreiche Materialien zusammengetragen und ausgewertet. Unter anderem bezog sie erste Ergebnisse einer GEW-Mitgliederbefragung zur Lesekompetenz seit 2001 mit ein.

Demmers Bilanz fällt ernüchternd aus: PISA habe zu einem Boom der empirischen Bildungsforschung und bildungspolitischer Sonntagsreden geführt. "Der Paradigmenwechsel zur ergebnisorientierten Steuerung ist teuer und bislang pädagogisch wirkungslos, wenn nicht sogar kontraproduktiv", so die GEW-Schulexpertin. Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit seien zum Thema geworden, aber nicht zur Realität. Laut Demmer wurde die Lehrerbildung bisher sträflich vernachlässigt.

Harte Kritik auch an der Kultusministerkonferenz: "Die KMK hat belegt, dass sie zur gesamtstaatlichen Verantwortungsübernahme nicht in der Lage ist, denn die Kluft wird nicht kleiner: Weder zwischen den Schülerinnen und Schülern, noch zwischen den Bundesländern. Die zentralen Herausforderungen bleiben und können wirksam nur in Kooperation von Bund, Ländern und Kommunen bearbeitet werden. Auch die Änderung der Schulstruktur bleibt auf der Tagesordnung."

Das Materialpaket mit ersten Ergebnissen der "GEW-Mitgliederbefragung 2010 zur Lesekompetenz seit 2001" steht im Infokasten zum Download zur Verfügung.

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