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Pharmaindustrie macht Milliardengeschäft mit "auffälligen" Kindern

Vermeintlich hyperaktive Kinder schlucken nach Recherchen der Journalistin Astrid Randerath jährlich 1,75 Tonnen Tabletten. "Die Pharmaindustrie macht ein Milliardengeschäft auf dem Rücken unserer Kinder", sagt Randerath.

12.01.2016

Foto: Dirk VorderstraßeCC BY 2.0

„Die Pharmaindustrie bietet die 'passenden' Pillen, um schwierige Kinder ruhigzustellen“, sagt die ZDF-Redakteurin und Buchautorin ("Die Kinderkrankmacher") im "E&W"-Interview. Vor 20 Jahren gab es ihr zufolge etwa 5.000 Kinder mit ADHS-Symptomen, jetzt sollen es angeblich über 600.000 Betroffene sein.

Die Pillen, die Mädchen und Jungen verschrieben würden, hätten "massive Nebenwirkungen, die Wachstum hemmen, Herzrhythmusstörungen oder Depressionen verursachen". Ein Rezept sei für Ärzte "schneller ausgestellt, als wenn er sich für einen jungen Patienten die Zeit nehme, um sich mit den Ursachen seiner Verhaltensstörung auseinanderzusetzen".

Viele Kinder seien noch nicht mal krank, sagt Randerath. Nur ein Prozent der ADHS-Diagnosen sei berechtigt. Der Rest der Kinder werde mit Ritalin "einfach zugedröhnt". "So befähigt man junge Menschen aber nicht, mit Misserfolgen umzugehen und sich besser konzentrieren zu können."

Eltern rät die Wirtschaftsjournalistin, sich auf gar keinen Fall dazu drängen zu lassen, Medikamente
zu verabreichen, sondern sich unbedingt zuerst eine zweite ärztliche Meinung einzuholen.

Das gesamte Interview von Jens Wernicke ist in der Januarausgabe der "E&W" nachzulesen.

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